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lautete die Strafe: Drei Wochen in's Loch.— In einem fin⸗ ſtern Gaden auf einem Strohſack hielt Vroni Kindbett. Kein freundlicher Blick ermunterte ſie, kein wohlmeinend Wort ſtärkte ſie; ſie ward getränkt mit Spott und genährt mit Schande, indeß Fideli in ohnmächtiger Wuth an den eiſernen Fenſter⸗ gittern ſeines Gefängniſſes rüttelte.
Wenn in finſtern Nächten die Winde und die Wolken unheimlich kämpfen, wenn es hoch oben in den Klüften der Berge ſchauerlich tost, aber unten heiß und brütig kein Blätt⸗ chen ſich regt, da rufen bang die Nachtvögel im Walde und ängſtlich heulen die Hunde. Aber über die Augen der Menſchen lagert ſich ein bleierner Schlaf.„Mach auf, Vroni, mach mir auf!“ Vroni ſaß auf dem harten Strohſack und tränkte ihr Kind und wuſch es mit Thränen.„Mach auf, Vroni! Leg deine Kleider an, du mußt mit mir!“—„Was ſoll ich mit dir? Morgen treiben ſie uns wieder auseinander; ſie ſagen ja ich ſei kein ehrlich Weib und unſer Kind ein unehelicher Balg.“ —„Mach dich fertig, ſag ich dir! Wo ich dich hinführe, dort gelten ihre Geſetze nicht, dort biſt und bleibſt mein ehrlich Weib, und unſere Kinder ſind rechte Kinder, und der Segen, der über uns geſprochen wurde zu St. Peter in Rom, gilt dort als ein beſſerer, als irgend eines Pfarrherrn ſeiner.“
Fideli hatte einen Korb mitgebracht, den band er dem Vroni auf den Rücken und bettete darin ſeinem Kinde, ſo wie ihm ſelbſt einſt gebettet geweſen auf des Lienhards Keßlerkiſte. Was ſonſt ſeine und Vronis Habſeligkeiten waren, das lud er ſich ſelber auf, und nun gings durch die dichte Finſterniß leiſe zum Dorf hinaus. Aber nicht nach der Strohhütte im Schachen, wo die vielen Weiden ſtehen, wandte dießmal Fideli ſeine Schritte. Gleich vor dem Dorf ging er in den Wald, hinter ihm Vroni mit dem Kind; dann aufwärts durch Ge⸗ ſtrüpp und Holz über Fels und Steg, immer dem Berge zu.


