Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1852)
Entstehung
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wildere Nacht folgen zu ſollen. Schon verſagte dieſem und jenem der Zecher am Feuer die Zunge den Dienſt, und mit wildleuchtenden Augen umſchlangen die tanzenden Burſche ihre Dirnen. Da ließ ſich unverſehens vom Fels herab das durch⸗ dringende, unheimliche Geſchrei der Eule hören. Das iſt der Lienhard! rief Naglerhans und ſprang vom Feuer auf; es müſſe etwas nicht richtig ſein. Plötzlich ſtand der Genannte, der ſich den jähen Fels herab hatte gleiten laſſen, mitten un⸗ ter den Zechenden.Die Behringer! rief er.Die Behrin⸗ ger! und Männer und Weiber rafften in wilder Haſt ihre Pfannen und Keſſel, ihre Geräthe und Habſeligkeiten zuſam⸗ men.Die Behringer! und Geige und Hackbrett verſtumm⸗ ten, und die erſchrockenen Schickſen wanden ſich aus den Ar⸗ men ihrer Geliebten.Die Behringer! und ſchattenähnlich verſchwand das aufgeſcheuchte Völklein, die einen im dornigen Dickicht des Waldes, die andern in den zerriſſenen Klüften der Felſen. Als die Landjäger kamen, fanden ſie von allem nichts mehr, als die verglimmenden Kohlen des Lagerfeuers, etliche abgenagte Schinkenknochen, ein paar leere Schnapsflaſchen und an den Hollunderſtauden die geküchelten Zweige.

Am Fuße des Kreuzes ſuchen Zuflucht die Bedrängten. Bei den reichen Klöſtern haben die Bettler, die Heimathloſen, die Wallfahrer ihr Stelldichein. Denn gnädig iſt die Kirche denen, ſo ſich unterwerfen, und offen ihre Hand für die, welche nicht ſehen und doch glauben. Noch ſtehen die Klöſter dort, wo die beſten Matten und ſonnigſten Weinberge ſind; aber nicht mehr ſchallt in den langen Kreuzgängen der feierlich ſchleppende Schritt der Mönche. Weltlich behaarte Geſichter, von grauen Schlapphüten überſchattet, haben ſich in den Zellen eingeniſtet. Um die ſtolzen Mauern, die Jahrbunderte lang unentweiht geſtanden, iſt jetzt ein unruhiges, wühlendes, um⸗

geſtaltendes Getriebe, als ob der Zahn der Zeit ſichtbar daran nagte.