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hoch aufthürmten. Am Feuer ſtanden Kaffekannen und Milch⸗ töpfe und im Schatten unter dem Geſträuch eine ſchöne Anzahl Schnapsflaſchen. Während die Alten, um das Feuer gelagert, aßen, tranken, ſchwatzten und ihre halbverkohlten Ulmerpfeifen ſchmauchten, ſaßen unter einer andern Tanne der blinde Geiger⸗ lipp und die Hackbrettlieſe und ſpielten ihre beſten Tänze auf, nach denen ein halbdutzend Paare junger Stromer*) und ſchlanker Schickſen**) ſich drehten. Kein fremdes Auge mochte das wilde Völklein hier belauſchen, kein fremdes Ohr es be⸗ horchen. Deßhalb ließ es ſeiner Luſt die Zügel ſchießen.— Flaſche nach Flaſche leerte ſich; immer lauter lachten die Al⸗ ten, die am Feuer ſich ſtreckten, immer raſcher drehten ſich die Jungen im Tanz, und wilder und wilder erklangen Geige und Hackbrett unter dem dunkeln Dach der alten Schirmtanne her⸗ vor. In ihrem üppigen Uebermuth küchelten die Buben und Mädchen Hollunderzweige in der geſchmolzenen Butter, um ſie dann wieder an den Stauden in die Höhe ſchnellen zu laſſen, laut aufjubelnd, wenn des Geigerlipps Führer, der wider⸗ borſtige Semir, lüſtern nach den fetten Biſſen emporſprang.— An der allgemeinen Freude nahm allein der alte Lienhard nicht Theil. Als er ſeinen Hunger geſtillt hatte, ging er in den einſamen Wald. Später konnte man ihn auf einem ho⸗ hen Felskopf erblicken, ſteif und gerade daſtehend, einer ſchil⸗ dernden Schildwache gleich, und unverwandt hinunterſchauend in die grauen Nebel des Thales.
Wenn die Sonne hinabſinkt in ihr gluthrothes Bett, da verſtummen ſonſt Schlucht und Wald. Die Amſel hält inne mit ihrem ſchmetternden Lied und ſucht ihr Lager im dunkeln Tannendickicht, der Guckuk ruft nicht mehr und zuletzt ſchwei⸗ gen ſogar die wilden Tauben auf den höchſten Gipfeln. Aber auf dem Keßlerwitteli ſchien der Luſt des Tages eine noch *)„Stromer“, Landſtreicher.
**)„Schickſe“, Dirne.


