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mit nicht minderem Selbſtgefühl auf einen Tauner oder Geiß⸗ bauer oder etwa auf ſo ein hungriges Schreiberlein aus der Stadt hinunter, als ein Kammerherr mit goldenem Schlüſſel und ſechszehn Ahnen auf gemeines, unbeſterntes und unbeahntes Volk. Dem Bauer an der Sommerhalde wird es alſo nie⸗ mand verdenken, daß er das Liſeli, ſein einziges Kind, nicht dem erſten Beſten, der Kühfladen an den Hoſen herumtrug, an den Kopf warf, ſondern es gleichſam wie ſeinen Augapfel hütete. Eben ſo wenig wird man ſich aber darüber wundern, daß ſämmtliche junge Burſche von ſieben Dörfern in der Runde ſehnſüchtige Blicke auf Liſeli warfen, auf Liſeli mit dem goldi⸗ gen Haar und den blauen Schelmenaugen, auf Liſeli mit dem tannenſchlanken Wuchs und der hellen Glockenſtimme, auf Karli⸗ dürſen Joggi's Liſeli, die einſtige Erbin der Sommerhalde. Schon mehr als einer der keckſten hatte es in hellen und finſtern Nächten pro⸗ biren wollen, an Liſelis Fenſter zu klopfen. Solchen Spaß verſtand aber der Ringgi mit dem nägelbeſchlage⸗ nen Halsband und dem Haifiſch⸗ gebiß, der nahezu ſo groß war, wie ein vierzehntägiges Kalb, keineswegs, ſondern hielt ſo gute Wache, daß der verwegenſte Kiltbube den Verſuch nicht zum zweitenmal wagte:— worin der vierbeinige Wächter von ſeinem Meiſter, deſſen weiße Nachtmütze dann bei der Spalte eines Fenſterladens ſichtbar wurde, durch ein nachdrückliches„gs! gs! pack den Schelmen!“ unterſtützt und aufgemuntert ward. Liſeli hatte längſt keine Mutter mehr; ſie war ihm ſchon im Kindbett geſtorben. Dagegen beſaß es eine Baſe, die in der Stadt wohnte, ein Ellenwaarengeſchäft betrieb und Frau Lämmli hieß. Baſe Lämmli war, was man eine„rangſchirte Frau“ heißt, und hielt Zucht und Ordnung in ihrem Hauſe⸗ Deßhalb wußte der Sommerhaldenbauer nicht viel dagegen
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