Teil eines Werkes 
1. Th. (1824)
Entstehung
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279 Gewalt ausuͤbte, betrachtete ſie als gerechte Wie⸗ dervergeltung, deren ſie ſich nun gegen das boshafte Gluͤck bedienen durfte.

Mit namenloſen Schmerzen ſaß Almira daher in ihrer Zelle und blickte mit thraͤnenvollen Augen nach den engen finſtern Kloſtergaͤngen, die ihr noch weit einſamer ſchienen, als jene gothiſchen Gallerien des Schloſſes Montillo, indeſſen ſie die religioͤſen Sinnbilder mit weit knechtiſcher Furcht erfuͤllten, als die Denkmaͤler kriegeriſcher Groͤße in der Waffenkammer ihres Vaters.

Nichts blieb ihr in dieſer Lage ſo wuͤnſchens werth, als der Genuß freundſchaftlicher Mitthei⸗ lung. Vergebens ſuchte ſie aber unter ihren Mit⸗ ſchweſtern nur eine einzige zu finden, die eben ſo offen und redlich waͤre wie ſie, kurz ein Herz be ſaͤße, das ihr Vertrauen mit jener himmliſchen Reinheit weiblicher Zaͤrtlichkeit bewahrte. Leider! war hier aber jede kalt und zuruͤckſchreckend, ſo wie ihre ganze Umgebung. Laͤngſt begangene Suͤn⸗ den nagten mit zerſtoͤrender Gewalt an den Ge⸗ muͤthern der meiſten Nonnen, da ſie durch keine thaͤtige Beſchaͤftigung oder Zerſtreuung abgehalten werden konnten, daruͤber nachzudenken. Betruͤbniß und Reue ſolterten jene und verbitterten ihnen das Daſeyn, die ſich freiwillig dieſem Stande gewidmet