— 206—
22, l. die alte Geſchichte— ich erinnere mich dunkel derſelben. 4
„Und auch wohl, wie traurig ſie in die Vergangen⸗ heit meiner Familie eingriff.“
„Leider, doch ſind das jetzt über zwanzig Jahre, Madame Reveillot, und ich begreife nicht, wie jene Sache heute noch Ihre Gegenwart oder ſogar Ihre Zukunft zu beläſtigen vermag.“
„Zu beläſtigen habe ich auch nicht geſagt, doch zieht ſich durch die mehrerwähnten zwanzig Jahre ein dunkler Faden, der wohl im Stande ſein könnte, auch noch An⸗ dere als mich und meine Familie zu beläſtigen.“
„Meine liebe Madame Reveillot,“ erwiederte der Bankier mit einem kalten Lächeln— es war das erſte Mal am heutigen Abend, daß er ein ähnliches Beiwort vor den Namen der alten Frau ſetzte, was er ſonſt nie zu unterlaſſen pflegte,„meine liebe Madame Reveillot, ſollte mich dieſe Geſchichte intereſſiren können?— mich,“ fuhr er mit einem Blick auf das Nebenzimmer fort, „der gerade jetzt ganz andere und wichtigere Sachen im Kopfe hat?“
„Ich möchte faſt behaupten, daß ſie Sie in hohem Grade intereſſiren wird, und wenn nicht, ſo wollen Sie, ein Mann von Wort, mir doch gewiß nicht die einmal bewilligte Viertelſtunde abkürzen?“


