Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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vollkommen, und wollen wir ſpäter darüber reden, laß uns aber jetzt noch bei der wichtigeren Sache bleiben.

Recht gerne, Großmutter, und ich glaube, es iſt das Beſte, wenn ich dem Buchhalter in den nächſten Tagen unaufgefordert ſage, es ſei eigenthümlich, ich hätte nach der Brieftaſche geſehen, um ſie ihm zu zeigen, könne ſie aber nicht wiederfinden.

Madame Reveillot dachte ein paar Minuten nach, dann erwiederte ſie:Obgleich das eine Nothlüge wäre, iſt ſie mir doch nicht ganz recht, indeß ſehe ich auch keinen andern Weg, und jedenfalls erführen wir durch ein ver⸗ ändertes Betragen des Herrn Ringel, vielleicht auch des Herrn von Martini, welchen Werth ſie auf die Erlangung der Brieftaſche legen, und darnach hätten wir uns zu richten.

Ja, Großmutter, darnach hätten wir uns zu richten, aber ich fürchte, dieſe Geſchichte wird ſchuld daran ſein, daß ich nicht zu lange mehr in dem Hauſe bleibe.

Vorhin ſagteſt Du ſchon Aehnliches, Anatole, und ſo vortheilhaft ich Deine Stellung auch halte, ſo habe ich Dich doch viel zu lieb, um ein Wort darüber zu verlieren, wenn Du mir in Wahrheit erklären zu müſſen glaubſt, ein anderer Wirkungskreis ſei für Dich angenehmer, noth⸗ wendiger.

Bei dieſen Worten glitt derſelbe forſchende Blick aus