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„Das habe ich ihr allerdings geſagt, ſie meinte aber achſelzuckend, ſie wolle das nicht beſtreiten, doch ſtände
Madame Reyeillot in einem ſolchen Anſehen bei der Herr⸗ ſchaft, daß es en nicht in den Sinn käme, an ir⸗
gend etwas, was aus Ihrer Hand komme, eine Ausſtel⸗ lung zu machen— und habe das auch ſelbſt ja ſchon geſehen,“ fuhr ſie fort,„die vornehmſten Damen laſſen ſich von Ihnen bedeuten, und wenn Sie einmal etwas geſagt, ſo iſt es gerade wie ein Evangelium— und mit Recht, Madame Reveillot, mit großem Recht, denn wie Sie kann doch Niemand Andeutungen geben und die koſt⸗ barſten Spitzen, die ſonſt in's Ausland geſchickt wurden, wieder herſtellen.“
⁵„Das iſt ſchon wahr, meine liebe Frau Sprudel, man hat in ſeiner Jugend etwas gelernt.“
Die alte Frau ſagte das mit einem eigenthümlichen Geſichtsausdruck, worauf ſie nach einem Athemzuge, der wie ein leichter Seufzer klang, fortfuhr,„ja man hat etwas gelernt und man weiß wie man mit Spitzen um⸗ gehen muß, doch da ich nie etwas halb zu thun pflege, ſo will ich's mich auch rechk gern einen Gang koſten laſ⸗ ſen, um Ihnen die Kundſchaft, die ich Ihnen einmal zu⸗ gewieſen habe, zu erhalten. Seien Sie unbeſorgt, es wird ſchon gehen; ich werde in dieſem und auch in den
anderen Häuſern, die ich Ihnen übertragen, wiederholen,


