Teil eines Werkes 
7./8. Th. (1844)
Entstehung
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Die Gräfin von Saint Geran.

An einem heißen Sommertage des Jahres 1659 ritt um die Mit⸗ tagszeit ein Trupp Reiter in ein kleines Dorf der Auvergne hinein. Die Landleute liefen zuſammen und erkannten den Anführer der Straßenpolizei mit ſeinen Leuten. Der Tag war heiß, die Pferde daher mit Schaum bedeckt und die Reiter ganz beſtäubt; ſie ſchienen von irgend einer wichtigen Unternehmung zurückzukommen. Einer trennte ſich von dem Trupp, ritt an eine alte Frau heran, welche neugierig vor der Thür ihres Hauſes ſtand, und fragte, ob es hier keine Herberge gäbe. Die Frau und einige Kinder, die bei ihr waren, zeigten ihm einen Buchsbaumzweig, der am Ende der einzigen Straße des Dorfes über einer Thüre hing, und ſogleich folgte der ganze Trupp ihrer Weiſung.

Jetzt erſt bemerkte man mitten unter den Reitern einen jungen, reich gekleideten und wohl ausſehenden Mann, welcher ein Ge⸗ fangener der Truppe zu ſein ſchien. Dieſe Entdeckung vermehrte die allgemeine Neugierde, und die Bauern folgten den Reitern bis an die Thür der Schenke.

Der Wirth trat hervor, ſeine Mütze in der Hand, und fragte

nach den Befehlen der unerwarteten Gäſte. Der Anführer fragte ihn in befehlshaberiſchem Tone, ob ſein Neſt groß genug ſei, ihn

mit ſammt ſeinen Leuten und Phferden zu beherbergen. Natürlich antwortete der Wirth, Niemand könne den Leuten des Königs 1*