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ihm einige Tage ſpäter die Nachricht brachte, daß Muktar und Veli, verführt von den glänzenden Verſprechungen Pacho⸗Bey's, Preveſa und Argyro⸗Kaſtro geräumt, antwortete er kaltblütig:„Das wundert mich gar nicht, denn ich weiß längſt, daß ſte unwürdig ſind, meine Söhne zu heißen, und von jetzt an habe ich keine andern Kinder, keine andere Erben mehr, als die Vertheidiger meiner Sache.“ Als es ſpäter einmal hieß, ſie ſeien enthauptet, ſagte er ruhig:„Das haben ſie verdient, da ſie ihren Vater verriethen; wir wollen nicht mehr von ihnen ſprechen.“
Eine bedeutende Anzahl Sulioten waren zum Heere des Sultans geſtoßen, um zu dem Sturze deſſen mitzuwirken, der einſt ihr Vater⸗ land verwüſtet. Ihr Lager, welches Ali lange Zeit mit ſeinem Feuer verſchonte, wurde eines Tages mit Bomben wie überſäet. Anfangs ſind ſie ſehr erſchrocken, bald aber nehmen ſie wahr, daß keine ein⸗ zige platzt; das ſetzt ſie in deroundernng: ſie unterſuchen ſie und finden ſtatt der Füllung einen hölzernen Cylinder, auf dem geſchrie⸗ ben ſtand:„Oeffnet vorſichtig!“ Ein Brief Ali's war in dem Cylin⸗ der, ein wahres Meiſterſtück von Macchiavellismus. Zunächſt recht⸗ fertigte er ſie, daß ſie die Waffen gegen ihn ergriffen, dann benach⸗ richtete er ſie, daß er ihnen einen Theil der Löhnung überſende, welche ihnen der Verräther Ismael vorenthalte. In den Bomben fänden ſie 6000 Seckel; ſie möchten ihm in der Nacht Jemand zu⸗ ſchicken, mit dem er ſprechen könne, und, wenn ſie auf ſeine Vor⸗ ſchläge eingingen, drei Feuer anzünden.
Als Ali das abgemachte Zeichen bemerkte, ſchickte er aus ſeinem Seeſchloß eine Barke, die einen griechiſchen Mönch, das geiſtliche Oberhaupt der Sulioten, zu ihm brachte. Ali empfing ihn auf das Zuvorkommenſte, verſicherte ihn ſeiner Achtung für die griechiſchen Befehlshaber und übergab ihm ein Papier, das derſelbe mit Ent⸗ ſetzen las. Es war eine Depeſche Kaled⸗Efendi's an den Seraskier Ismael, welche Ali aufgefangen hatte und die den Befehl enthielt, alle waffenfähigen Chriſten zu tödten. Die männlichen Kinder, ſagte der Brief, ſollen beſchnitten und zu türkiſchen Soldaten er⸗


