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Kerker unter der Haupttreppe des Seeſchloſſes, um jedesmal, wenn er in ſeine Gemächer ging oder ſie verließ, das Vergnügen zu haben, über ihren Köpfen zu gehen.
Unaufhörlich erfand er neue Todesſtrafen; denn es war ihm nicht genug, jeden zu tödten, der ihm mißfiel: er wollte auch den Anblick bisher unerhörter Qualen genießen. Bald ließ er einen Diener, der weiter nichts verbrochen, als daß er ſich einige Tage ohne Erlaubniß entfernt, an einen Pfoſten binden und ihn unter den Augen ſeiner Schweſter durch eine blos mit Pulver geladene Kanone erſchießen, damit der Todeskampf etwas länger dauere; bald wieder einen Chriſten, den man beſchuldigt hatte, Mäuſen brennenden Zündſchwamm an die Schwänze gebunden und ſie in die Pulverkammer gelaſſen zu haben, um Janina in die Luft zu ſprengen, in den Käfig ſeines Lieblingstigers werfen, damit dieſer ihn zerfleiſche.
Uebrigens war ſeine Verachtung gegen die Menſchen ebenſo groß, als ſein Haß, und einem Europäer, welcher ihm ſeine Grauſamkeit gegen ſeine Unterthanen zum Vorwurf machte, gab er zur Antwort:
„Ihr kennt nicht die Menſchen, mit denen ich zu thun habe. Während ein Verurtheilter an einen Baum gehängt wird, ſtiehlt ſein Bruder unter der Menge der Zuſchauer, und wenn ich einen Greis verbrennen laſſe, ſo ſammelt ſein Sohn vielleicht die Aſche, um ſie zu verkaufen; dieſe Canaillen können nur durch Furcht ge⸗ bändigt werden, und ich allein kann mit ihnen fertig werden.“
In jedem Jahre ließ er während des Ramaſanfeſtes eine be⸗ trächtliche Summe Almoſen an arme Frauen ohne Unterſchied der Religion vertheilen, wußte jedoch dieſe Wohlthat in eine abſcheu⸗ liche Beluſtigung zu verwandeln. 1 Err beſaß nämlich in Janina mehrere weit von einander ent⸗ fernte Paläſte; jeden Tag ließ er einen derſelben als Ort der Vertheilung bezeichnen. Wenn dann die Frauen eine oder zwei


