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probiren würde. Bald fing er an ſich zu wundern, wie es mög⸗ lich ſei, daß dieſe ſeltſame Miſchung von Gaze, Bändern und Blumen ihm nichts weniger als abſcheulich erſcheine, ſobald Phil⸗ lis ſie aufprobire.
Jetzt verbrachte Barak Johnſon längere Zeit an ſeinem Fenſter und ſtudirte weniger. Er ſah aber die Gefahr nicht ein und würde die Behauptung mit Verachtung zurückgewieſen haben, wenn ihm Jemand geſagt hätte, er ſei auf dem Wege, ein ſolches eitles und weltlichgeſinntes Mädchen, wie Phillis Waters, zu lieben.
Der Arme wußte nicht, daß ihn die Eitelkeit nicht weniger be⸗ ſaß, als die junge Schöne, deren Frivolität und Selbſtgefälligkeit er verdammte. In der That, er wurde mehr und mehr von ihren Reizen eingenommen, und ſeine Thorheit ging endlich ſo weit, daß er ſich einbildete, Phillis Waters liebe ihn. Dieſer Gedanke war ſeinem Selbſtgefühl um ſo angenehmer, da er bereits in einem Alter ſtand, in welchem die Männer den unangenehmen Verdacht zu nähren anfangen, die Zeit ſei vorüber, wo ſie hoffen dürften, in den Augen der Jugend und Liebenswürdigkeit angenehm zu er⸗ ſcheinen.
Zuweilen bemühte er ſich, durch lange, einſame Spaziergänge dem unmittelbaren Zauber ihrer Reize zu entgehen; das half ihm aber nichts; denn auch auf ſeinen einſamen Spaziergängen be⸗ gegnete er ihr, ſie traf er in den Straßen von Woodfield, er ſah ſie ſogar in der Kapelle, demjenigen Platze, wo er ſie am wenig⸗ ſten zu finden erwartet hätte. Doch jeden Sonntag war ſie dort, ſchöner ausſehend als je, ihre verhängnißvollen Blicke während der Predigt ihm zuwendend und ihre ſchöne Stimme in den Choral miſchend, um ſein Ohr zu feſſeln.
Was konnte Barak Johnſon thun? Das Beſte und Sicherſte wäre freilich geweſen, ſich gänzlich aus der gefährlichen Nähe ſei⸗ ner hübſchen Nachbarin zu entfernen; doch dieſer Gedanke war bereits für ihn zu einem zu peinlichen Opfer geworden.


