Teil eines Werkes 
6. Bdchn (1842)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

391

ehe ich fortging. Er hatte ſich in ſeiner gewohnten Haltung gegen den Rücken ſeines Armſtuhls zurück⸗ gelehnt und ſchien, das Antlitz auf den Kamin ge⸗ richtet, in Betrachtungen vertieft anfangs hofften wir auch, daß es der Fall ſey.

Als wir näher traten, fanden wir, daß er todt war. Ich habe ihn oft in ſeinem friedlichen Schlafe beobachtet, aber nie ſah ich ihn ſo ruhig und freund⸗ lich. Sein Antlitz trug denſelben heiteren und wohl⸗ wollenden Ausdruck, welcher, als er mir zum letzten⸗ male die Hand drückte, einen ſo tiefen Eindruck auf mich gemacht hatte nicht, daß er je anders aus⸗ geſehen hätte wahrhaftig nein; aber es lag etwas ſo Geiſtvolles und, trotz ſeiner grauen und ehrwür⸗ digen Haare, etwas ſo ſeltſam und unbeſchreiblich Jugendliches darin, daß es mir wirklich auffiel. Ich bemerkte es namentlich da, als er mich den Abend zuvor unter einem unbedeutenden Vorwande zurück⸗ rief, um mir noch einmal die Hand zu drücken und mir einGott mit dir zuzurufen.

Eine Klingelſchnur hieng in dem Bereiche ſeiner Hand, aber er hatte ſie nicht darnach ausgeſtreckt, ja, wie wir alle meinten, ſich nicht einmal gerührt, ausgenommen daß er, wie vorhin bemerkt, den Tiſch zurückgeſchoben, was mit einer ganz leichten Handbewegung bewerkſtelligt werden konnte. Er war für einen Augenblick in ſeinen früheren Gedanken⸗ gang zuruckgeſunken und mit einem ſinnigen Lächeln auf ſeinem Antiitze verſchieden.