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phirend, wie er über jedes Unglück, jede fehlgeſchla⸗ gene Hoffnung ſeines Lebens triumphirt hatte— befand ſich von allen Menſchen gerade derjenige Mann, deſſen Anweſenheit er nirgends, am allerwenigſten aber an dieſem Orte ertragen konnte.
Obgleich ſein Blut bei dieſem Anblick aufwallte und ſein Grimm in einer Weiſe anſchwoll, daß er ihn auf der Stelle hätte ermorden können, ſo gab er ſich doch alle Mühe, ſich ſo weit zu bekämpfen, daß er ohne ein Wort oder einen Aufblick an ihm vor⸗ beigehen konnte. Ja, und er würde weiter gegangen ſeyn und ſich nicht umgewendet haben, obgleich es ihn eine faſt übermenſchliche Anſtrengung koſtete, dem Teufel, der ihm eine ſo heiße Verſuchung in's Ge⸗ hirn goß, zu widerſtehen, wenn ihn dieſer Mann nicht ſelbſt aufgefordert hätte, Halt zu machen, und dieß zwar mit einem ſo erkünſtelten Mitleid in ſeiner Stimme, daß es ihn faſt wahnſinnig machte und er in einem Nu aller Selbſtbeherrſchung baar war, deren Erhaltung ihn die peinlichſte, ſchmerzlichſte Mühe gekoſtet hatte.
Alle Rückſicht, Ueberlegung, Nachſicht und Scho⸗ nung— Alles, wodurch ein auf's Höchſte gereizter Menſch ſeinen Zorn und ſeine Leidenſchaftlichkeit zu zügeln vermag, floh von hinnen, als er ſich um⸗ wandte. Und doch ſagte er langſam und mit voll⸗ kommener Ruhe— weit ruhiger, als er je mit ihm geſprochen:
„Warum habt Ihr mich gerufen?“


