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Miß Haredale, deren Charakter ſonſt ruhiger war, und deren Gefühle ſich weniger auf der Ober⸗ fläche zeigten, lebte in fürchterlicher Angſt und war eben erſt aus einer Ohnmacht zu ſich gekommen. Sie war leichenblaß und ihre Hand, welche Dolly feſt hielt, ganz kalt; dem ungeachtet aber bat ſie ihre Leidensgefährtin, nicht zu vergeſſen, daß ſie un⸗ ter dem Schutze der Vorſehung ſtünden und daß viel von ihrer eigenen Klugheit abhinge; ſie hätten weit beſſere Ausſicht, bei ihrer Ankunft in London ſich Beiſtand zu verſchaffen, wenn ſie ſich ruhig verhielten und dadurch die Wachſamkeit der Schurken, in deren Hände ſie gefallen wären, einſchläferten; wenn die Bande der Geſellſchaft nicht ganz gelöst ſeyen, ſo müßte alsbald eine hitzige Verfolgung beginnen; auch ſey ſie vollkommen überzeugt, ihr Onkel werde weder raſten, noch ruhen, bis er ſie aufgefunden und geret⸗ tet hätte. Mit dieſen letzteren Worten aber ver⸗ ſtummte ſie, denn nach dem, was ſie bereits geſehen und erlebt hatte, war der Gedanke, er könnte in die⸗ ſer Nacht einer allgemeinen Schlächterei der Katho⸗ liken erlegen ſeyn, nicht gar zu ausſchweifend oder
unwahrſcheinlich. In ihrem Entſetzen über die
Schauerſcenen dieſer Nacht und über diejenigen, die ihnen noch vorbehalten ſeyn mochten, ſaß ſie ſtarr und faſt ſo weiß und kalt wie Marmor da, unfähig eines Gedankens, eines Wortes oder auch nur einer Schmerzensäußerung.
Oh, wie oft, wie vielmal während dieſer langen


