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unverſchämt genug, zu thun, wie er gethan hat; aber um deßwillen, oder wegen einiger Thränen aus den Augen Eurer ſchönen Tochter würdet Ihr doch nicht anſtehen, die aufkeimende Neigung in ihrer Geburt zu erſticken. Ich gedachte, dieſe Gründe Eu⸗ rem Gatten vorzulegen, als ich ihn dieſen Abend bei Frau Rudge ſah.“
„Mein Mann würde viel beſſer thun,“ fiel ihm Frau Varden aufgeregt in's Wort,„wenn er zu Hauſe bliebe, als daß er ſo oft zu Frau Rudge hin⸗ läuft. Ich weiß nicht, was er dort zu ſchaffen hat, und ſehe keinen Grund ein, warum er ſich überhaupt mit ihren Angelegenheiten befaſſen mag, Sir.“
„Wenn ich mit Euren Anſichten nicht ſo ganz übereinzuſtimmen ſcheine,“ erwiederte Herr Cheſter, „als Ihr wünſchen möchtet, meine theure Ma'am, ſo liegt der Grund einzig darin, daß ich ihn dort traf und ſehr unzugänglich fand, weßhalb ich hieher kam und mir das Glück einer Unterredung mit einer Frau verſchaffte, in der ſich, wie ich bemerke, die ganze Leitung, das Gedeihen und der Wohlſtand ihrer Familie vereinigt.“
Mit dieſen Worten ergriff er abermals Frau Vardens Hand, und nachdem er ſie mit der ganzen preziöſen Galanterie jener Tage an die Lippen ge⸗ drückt hatte— ſogar mit ein Bischen Uebertreibung, um ſie für das Auge der nicht daran gewöhnten Dame noch beſtechender zu machen— fuhr er in demſelben Tone der Sophiſtik und Schmeichelei fort,


