Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1842)
Entstehung
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Beſuche ertragen, und ſo milderte ſich ihr Schmerz nach und nach in einer Weiſe, welche ihr denſelben nicht mehr zum Schmerz, ſondern zu einer feierlichen Freude und zu einer Pflicht machte, welche ſie lieben gelernt hatte. Und nun, nach dem Ablauf von fünf⸗ undfünfzig Jahren, ſprach ſie von dem todten Manne, als ob er ihr Sohn oder Enkel geweſen wäre, mit einer gewiſſen Bemitleidung ſeiner Jugend, die aus ihrem eigenen hohen Alter entſprang, und mit be⸗ geiſterter Anpreiſung ſeiner Kraft und ſeiner männ⸗ lichen Schönheit, wenn ſie dieſelbe mit ihrer eigenen Schwäche und Hinfälligkeit verglich; und doch ſprach ſie auch von ihm als ihrem Manne, gedachte ihrer Verbindung mit ihm als einer Zeit, in der ſie nicht war wie jetzt, redete von ihrem Wiederſehen in einer andern Welt, als hätte man ihn erſt geſtern begra⸗ ben, und während ſie ſich von ihrem früheren Selbſt trennte, kam ihr nur noch der Gedanke an das Glück jenes hübſchen Mädchens, das mit ihm geſtorben zu ſeyn ſchien.

Das Kind ließ ſie die Blumen ſammeln, welche auf dem Grabe wuchſen, und entfernte ſich gedan⸗ kenvoll.

Der alte Mann war inzwiſchen aufgeſtanden und hatte ſich angekleidet. Herr Codlin, noch immer verdammt, die rauhen Wirklichkeiten des Daſeyns zu betrachten, packte die Kerzenſtümpchen, die bei der geſtrigen Vorſtellung übrig geblieben waren, unter ſeine Leinwand, waͤhrend ſein Gefährte die Compli⸗ mente all' der Müßiggänger im Stallhofe entgegen nahm, die es nicht über ſich gewinnen konnten, ſich von Polichinells hohem Geiſte zu trennen, und daher dem Puppenlenker faſt ebenſo viele Bedeutſamkeit beilegten, als jenem vogelfreien Spaßmacher, indem ſie dem Erſteren kaum weniger Liebe erwieſen. So⸗ bald er ſich hinreichend von ſeiner Popularität über⸗