Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1842)
Entstehung
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die Grabhügel, unter denen arme, geringe Menſchen ſchliefen und wand ihnen die erſten Kränze, die ſie je errungen, aber Kränze, die weniger dem Verwelken unterworfen ſind und in ihrer Art weit länger dauern, als die in Stein und Marmor eingegrabenen, welche in pomphaften Ausdrücken von Tugenden ſprechen, die viele Jahre demüthig verborgen und erſt zuletzt von den Teſtamentsvollſtreckern und den tief betrüb⸗ ten Erben an's Licht gefördert worden waren.

Das Pferd des Geiſtlichen, mit plumpem, ſchwer⸗ fälligem Tritt unter den Gräbern umher ſtolpernd, wei⸗ dete das Gras ab und holte ſich in dieſer Weiſe ortho⸗ doren Troſt von den todten Pfarrkindern, indem es den Text des letzten Sonntags bethätigte, daß Fleiſch nichts weiter als welkes Gras ſey; ein magerer Eſel, der ſich gleichfalls an einer ſolchen Terxterklärung verſucht hatte, ohne dazu qualificirt und ordinirt zu ſeyn, ſpitzte ſeine Ohren in einem hart neben anliegenden, leeren Pfandſtalle, und ſah mit hungri⸗ gen Augen auf ſeinen prieſterlichen Nachbar.

Der alte Mann und das Kind verließen den Kiesweg und gingen unter den Gräbern weiter; denn dort war der Grund weich und that ihren ermüdeten Füßen nicht ſo wehe. Als ſie in die Nähe der Kirche kamen, hörten ſie Stimmen, und alsbald wurden ſie auch Derjenigen, welche geſprochen hatten, an⸗ ſichtig.

Es waren zwei Männer, die nachläßig im Graſe ſaßen und ſo emſig beſchäftigt waren, daß ſie an⸗ fangs die Ankömmlinge gar nicht bemerkten. Man konnte leicht errathen, daß ſie zu der Claſſe reiſender Puppenſpieler oder der Darſteller von Polichinell⸗ poſſen gehörten, denn auf einem Grabſtein hinter ihnen ſaß die Figur jenes Helden ſelbſt, mit gekreuz⸗ ten Beinen, während deſſen Naſe und Kinn ſo ge⸗ krümmt und ſein Geſicht ſo ſtrahlend als gewöhnlich