————
verſehen, als außerordentliche Merkwürdigkeit in dem Laden ſeines Schneiders. Sein Athmen war ein ſchweres Schnarchen, und ſeine Stimme tönte ſo dick, als wäre ſie von einem Haufen Federbetten unter⸗ drückt und erſtickt. Er trat auf, wie ein Elephant, und aß und trank, wie— wie nur ein Rathsherr, der er auch war, eſſen und trinken kann.
Dieſer würdige Bürger hatte ſich aus ganz ge⸗ ringen Glücksverhältniſſen zu ſeiner hohen Bedeut⸗ ſamkeit empor geſchwungen. Er war ehedem ein ſehr magerer, ſchwindſüchtiger, kleiner Knabe geweſen, der ſich's nicht träumen ließ, einmal eine ſolche Wucht von Fleiſch an ſeinen Knochen, oder ſo viel Geld in ſeinen Taſchen zu tragen, indem er froh genug war, wenn er ſein Mittageſſen an der Thüre eines Bäckers, oder ſeinen Thee am Brunnen holen konnte. All' das hatte er jedoch längſt vergeſſen, wie es ſich für einen Fruchthändler en gros, einen Rathsherrn, einen Gerichtsbeiſitzer, ein Mitglied der achtbaren Ueberſchuhmachergeſellſchaft, einen geweſe⸗ nen Sheriff, vor allem aber für einen Lord⸗Mayor in spe geziemt; nie in ſeinem ganzen Leben vergaß er es übrigens mehr, als am achten November im Jahr ſeiner Erwählung für den großen, goldenen Bürgerſtuhl, dem Tage vor ſeinem großen Gaſtmahl in Guildhall. 4
Deſſelbigen Abends ſaß er zufällig ganz allein im ſeinem Comptoir, überblickte den Speiszettel für den folgenden Tag und verzeichnete ſich für ſein


