Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1842)
Entstehung
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Ich bin kein ſauertöpfiſcher alter Mann. Freund⸗ los kann ich nie ſeyn, denn ich zähle das ganze menſchliche Geſchlecht zu meiner Verwandtſchaft und ſtehe mit jedem Gliede meiner großen Familie auf gutem Fuße. Ich habe jedoch ſeit vielen Jahren ein einſames, abgeſchiedenes Leben geführt; welche Wunden ich dadurch zu heilen, welchen Kummer ich zu vergeſſen ſuchte gleichviel; die Verſicherung möge zureichen, daß mir die Einſamkeit zur Gewohn⸗ heit wurde, und daß ich nicht gerne den Zauber zerſtören möchte, deſſen beruhigender Bann ſo lange mein Herz und meinen Herd gefangen hielt.

Ich wohne in einer ehrwürdigen Vorſtadt Lon⸗ dons, in einem alten Hauſe, welches in vergangenen Tagen der Aufenthalt luſtiger Lebemänner und un⸗

vergleichlicher Damen geweſen, die aber jetzt lange

dahin ſind. Es iſt ein ſtilles, ſchattiges Plätzchen mit einem gepflaſterten Hofraum voller Echos, ſo daß ich bisweilen glauben möchte, die leiſen Nach⸗ klänge eines früheren geräuſchvollen Treibens weilten noch hier und die Geiſter längſt erſtorbener Töne begleiteten meine Fußtritte, wenn ich auf und nieder gehe. Dieſe Annahme findet noch darin eine Be⸗ kräftigung, daß in den letzten Jahren der Wiederhall, der meinen Spaziergängen zu folgen pflegt, ſchwächer und unbeſtimmter geworden iſt, als früher; und man träumt ſich in demſelben lieber das Rauſchen eines ſeidenen Gewandes und den leichten Tritt einer an⸗