Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 111

ſie ſich dazu hin ohne ein Endchen Wachslicht, ein Ellen⸗ maß in einem kleinen Gehäuſe und ein Arbeitskäſtchen mit einem Bilde der St. Paulskirche auf dem Deckel.

Die Wangen und Arme Peggotty's, in meiner Kinderzeit ſo hart und roth, daß ich mich wunderte, warum es die Vögel nicht vorzögen, ſie anzupicken ſtatt der Aepfel, ſind jetzt runzlig geworden, und ihre Augen, welche die ganze Umgebung in ihrem Geſichte zu verdunkeln pflegten, ſind matter(bſchon ſie noch immer glänzen); aber ihnralther Zeigefinger, bei dem ich einſt an einen Taſchennußknacker denken mußte, iſt noch ganz derſelbe, und wenn ich ſehe, wie mein klein⸗ ſtes Kind ihn erfaßt, wenn es von meiner Tante zu ihr hinwackelt, ſo denke ich an unſere kleine Wohnſtube zu Hauſe, als ich kaum laufen gelernt hatte. Der alte Verdruß meiner Tante über ihre Enttäuſchung durch meine Geburt iſt jetzt gehoben. Sie iſt Pathe einer wirklichen lebendigen Betſey Trotwood, und Dora(die Nächſte der Reihe nach) ſagt, ſie verhätſchele ſie.

Es ſperrt und ſpreizt ſich etwas in der Taſche Peg⸗ gotty's. Es iſt nichts Geringeres, als das Krokodil⸗ Buch, welches jetzt in einem ziemlich zerfallenen Zuſtande iſt, indem verſchiedene von den Blättern zerriſſen und zerſtochen ſind, das Peggotty indeſſen den Kindern als koſtbare Reliquie zeigt. Ich finde es ſehr eigenthümlich, mein eignes Kindergeſicht, wie es mich von den Krokodil⸗ geſchichten anſchaut, zu erblicken, und dadurch an meinen alten Bekannten Brooks von Sheffield erinnert zu werden.

Unter meinen Knaben ſehe ich während dieſer Som⸗ merferien einen alten Mann rieſige Drachen verfertigen und ihnen dann in die Luft mit einer Wonne nach⸗ blicken, für welche es keine Worte giebt. Er grüßt mich entzückt und flüſtert mir mit öfterem Nicken und Augen⸗