102 David Kopperfield.
zeit'nen Gefallen thun kann(und ſie hat Vielen da— bei geholfen, aber nie ſelber einer beigewohnt), voll zärtliche Liebe gegen ihren Onkel, geduldig, von Jung und Alt gern geſehen, aufgeſucht von Allen, die irgend⸗ wie in Noth ſind— das iſt Emilchen!“
Er fuhr mit der Hand über ſein Geſicht und ſah mit einem halbunterdrückten Seufzer vom Feuer auf.
„Iſt Martha noch bei Ihnen?“ fragte ich.
„Martha,“ erwiederte er,„hat ſich im zweiten Jahre verheirathet, Musje Davchen. Ein junger Mann, Tage⸗ löhner auf'ner Farm, der auf ſeinem Wege zu Markte mit den Erzeugniſſen vom Gute ſeines Herrn bei uns vorüberkam— eine Reiſe von mehr als fünfhundert Meilen hin und zurück— machte ihr das Anerbieten, ſie zur Frau zu nehmen(die Weiber ſind dort ſehr ſel⸗ ten) und dann wollten ſie ſich alle Beide zuſammen im Buſche niederlaſſen. Sie ſprach mit mich, ich ſollte ihm ihre wahre Geſchichte erzählen. Das that ich. Sie heiratheten ſich und leben nun vierhundert Meilen weg von irgend einer Stimme als ihrer eignen und der von die ſingenden Vögel.“
„Und Frau Gummidge?“ fragte ich weiter.
Es war ein ergötzlicher Anblick, zu ſehen, welche Wirkung dieſe Frage hatte; denn Mr. Peggotty brach plötzlich in ein brüllendes Gelächter aus und rieb ſich mit den Händen auf ſeinen Schenkeln auf und ab, wie er's in dem nun ſchon lange ſchiffbrüchigen Boote ge⸗ wohnt geweſen, wenn er ſich über etwas freute.
„Werden Sie's wohl glauben!“ ſagte er.„Ci der Tauſend, ſie ſogar ſollte Einen heirathen! Und wenn ein Schiffskoch, der Anſiedler werden wollte, Musje Davchen, nicht mit dem Antrage gekommen iſt, die Frau
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