Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 85

Sie ſah empor, mir ins Geſicht ein Weilchen, ehe ſie antwortete:Ich glaube ja, Trot.

Sind Sie überzeugt, daß Ihre Anſicht eine rich⸗ tige iſt? fragte ich.

Ich denke, ja, Trot.

Sie blickte mich ſo unverwandt an, und zwar mit einer Art Zweifel oder Mitleid oder Zurückhalten mit ihrer Liebe, daß es für mich eines angeſtrengteren Zu⸗ ſammennehmens bedurfte, um ihr ein vollkommen hei⸗ teres Geſicht zu zeigen.

Und was noch mehr ſagen will, Trot ſagte meine Tante.

Ja!

Ich denke, Agnes wird bald heirathen.

Gott ſegne ſie! rief ich heiter.

Gott ſegne ſte! ſagte meine Tante,und ihren Mann ebenfalls!

Ich ſprach das nach, trennte mich von meiner Tante, ſchritt leichtfüßig die Treppe hinab, ſtieg auf und ritt fort. Ich hatte jetzt noch mehr Grund zu thun, wozu ich mich entſchloſſen hatte.

Wie gut entfinne ich mich des winterlichen Rittes! Die gefrornen Eisklümpchen, welche durch den Wind von den Grashalmen abgeſtreift und mir über's Geſicht ge⸗ fegt worden waren; das harte Geklapper der Hufe des Pferdes, welches eine Melodie auf den Erdboden ſchlug; das ſtarr gefrorne Ackerland; die Schneewehe, welche leiſe in die Kreidegrube hineinwirbelte, als der Wind ſie aufwühlte; das dampfende Zugvieh mit dem Wagen voll altes Heu, welches, um Athem zu ſchöpfen, auf dem Gipfel der Anhöhe ſtill hielt und muſtkaliſch ſeine Glöcklein ſchüttelte; die weißbeſchneiten Abhänge und wellenförmigen Erhöhungen des Dünenlandes, die gegen