—
Achtundfünfzigſtes Kapitel.
Abweſenheit.
Es war eine lange und finſtere Nacht, die ſich nun auf mich herabſenkte, heimgeſucht von den Geiſtern ſo mancher Hoffnungen, ſo mancher lieben Erinnerungen, ſo mancher Verirrungen und ſo mancher zu nichts mehr helfenden Kümmerniſſe und Gedanken voll Reue über die Vergangenheit.
Ich ging weg von England, indem ich ſelbſt in dieſem Augenblicke noch nicht wußte, wie groß der Stoß war, den ich auszuhalten hatte. Ich verließ Alle, die mir theuer waren, und ging weg und meinte, ich habe es überſtanden, und es ſei vorbei. Wie ein Mann auf einem Schlachtfelde eine tödtliche Verletzung erhalten und doch kaum wiſſen kann, daß er überhaupt getroffen iſt, ſo hatte auch ich, als ich allein gelaſſen war mit mei⸗ nem unerfahrenen Herzen, keinen Begriff von der Wunde, mit welcher ich zu ringen hatte.
Das Bewußtſein davon wurde mir zu Theil, aber nicht plötzlich, ſondern nach und nach und gleichſam“ tropfenweiſe. Das Gefühl der Verlaſſenheit, mit dem
1*


