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der man an einem ſchönen Morgen ſtirbt, nachdem man fünf oder ſechs Jahre gräßliche Schmerzen erduldet hat.“
Er ſetzte das Glas wieder nieder und ließ ſeinen Kopf auf die Bruſt, ſeine Hände auf die Knie ſinken.
„Alſo, Doctor, murmelte er wieder mit einem Seußzer, Sie er⸗ kennen es an, daß ich ſehr krank bin?
— Ich ſage ja nicht, daß Sie krank ſind, ich ſage nur, daß Sie vielleicht ſehr leiden.
— Iſt das nicht daſſelbe?
— Nein.
— Und was rathen Sie mir nun? Für jedes Leid muß die Arz⸗ neikunde ein Mittel haben; ſonſt lohnte es ja nicht der Mühe, die Aerzie ſo theuer zu bezahlen.
— Das geht nicht auf mich, denke ich, was Sie da ſagen? ant⸗ wortete ich lachend.
— O nein, erwiederte er, Sis ſind ein Muſter in allen Stücken.“
Er nahm das Glas Rum und trank es, ohne zu wiſſen, was er that. Ich hielt ihn nicht zurück, denn ich wollte ſchen, welche Wir⸗ kung dieſer brennende Trank auf ihn hervorbringen würde.
Er ſchien faſt gar nichts davon zu empfinden; man hätte glauben können, er hätte ein Glas Waſſer hinuntergegoſſen. Ich ſchloß da⸗ her aus dieſem Umſtande, daß dieſer Menſch ſchon oft Betäubung im Genuß hitziger Getränke geſucht haben müſſe. Und wirklich ſchien er auch nach einigen Augenblicken wieder neue Kraft zu gewinnen.
„Wahrhaftig! ſagte er, das Schweigen unterbrechend und ſei⸗ nen eigenen Gedanken antwortend, wahrhaftig, ich bin ein großer Narr, mich ſo zu quälen. Ei, ich bin jung, ich bin reich, ich ge— nieße das Leben und das mag dauern, ſo lange es kann.“
Er nahm das zweite Glas, und ſtürzte es wie das erſte hinter. „Alſo, Doctor, ſagte er, Sie haben keinen Rath für mich?


