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die großen Bettvorhänge ſich bewegen. Wie zitterte ich! Die Dame erwartete mich vor dem Kamine in einem reizenden Negligé. Sie war ſchön, blond, zwar ohne beſondern Ausdruck, aber reich an Rrizen. Ich öffnete vor ihr meine Spitzenſchachtel; ſie griff raſch hinein und beſah Alles mit ziemlicher Mißachtung; endlich fand ſie ein Stück, das ihr gefiel; ſie legte es über ihre halb⸗ entblößten Schultern und betrachtete ſich im Spiegel. Ich hielt nicht länger an mich, trat raſch an das Bett und warf dem Un⸗ getreuen einen zerſchmetternden Blick zu. Er erbleichte.„Sie ſind es?“ fragte er unruhig.—„Ja, ich bin es,“ antwortete ich und griff nach dem Dolche.
Die Dame kam mit einem gellenden Schrei auf mich zu. „Keinen Schritt weiter!“ ſprach ich drohend zu ihr, und ſie ſiel in Ohnmacht.
Montbrun, der ſie mit Bedauern am Fuße des Bettes um⸗ ſinken ſah, eilte ihr zu Hülfe und beleidigte mich durch Worte und Geberden. Dies ſteigerte meinen Haß und meine Rache auf das Aeußerſte; ich ſchwang meinen Dolch und rief, indem ich mich auf Montbrun ſtürzte,„Grauſamer!“ Und der Doch traf ſein Herz, das Herz, das mich ſo ſehr geliebt hatte.
Kaum hatte ich die That vollbracht, als ich wankte, auf die Kniee vor dem Bette niederſank und die Hand meines armen Ge⸗ liebten mit Küſſen bedeckte.„Ich bin verloren!“ ſprach er leiſe, ohne Groll und ohne mir die Hand zu entziehen.
In dieſem Augenblicke trat erſchrocken ein Kammermädchen ein. Montbrun hatte noch ſo viel Geiſtesgegenwart, um mich retten zu wollen.
„Es iſt nichts,“ ſagte er zu dem Kammermädchen,„komme in einer Viertelſtunde wieder.“
—„Ja, in einer Viertelſtunde wird Alles vorüber ſein,“ ſetzte ich hinzu.
Ich hob den Dolch auf, war aber ganz kraft- und muthlos,


