Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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Geiſtes wegen vielleicht freundlicher anhörte, als die Andern, wurde, wenn auch nicht die Urſache, doch der Vorwand zu einer neuen Eiferſucht. Dieſe Eiferſucht offenbarte ſich durch bittere Worte, die ihrem eigentlichen Gegenſtande völlig fremd waren, die Marquiſe aber nicht täuſchten, da ſie es ſchon früher bemerkt hatte. Sie erkannte in dieſer Veränderung die verderbliche Hand ihres Schwagers; doch ſtatt ſich ihm mehr zu nähern, entfernte ſie ſich mehr und mehr von ihm und ließ keine Gelegenheit vor⸗ übergehen, ihm nicht allein ihre Abneigung, ſondern auch ihre Verachtung zu zeigen.

So blieben die Sachen mehrere Monate. Täglich ſah die Marquiſe die Kälte ihres Gatten größer werden und ſich von un⸗ ſichtbaren Spionen umgeben, welche die unbedeutendſten Hand⸗ lungen ihres Lebens beobachteten und weiter trugen. Der Abbé und der Chevalier blieben ſich immer gleich; nur verbarg der Abbé ſeinen Haß unter ein ihm zur Gewohnheit gewordenes Lächeln und der Chevalier ſeinen Verdruß hinter jenes ſteife, kalte Betragen, welches mittelmäßige Köpfe annehmen, wenn ſie ihre Eitelkeit ver⸗ letzt glauben.

Inzwiſchen ſtarb der Großvater der Marquiſe, Jvannis de No⸗ chères, und vermehrte das ſchon beträchtliche Vermögen ſeiner Enkelin durch eine Erbſchaft von 6 bis 700,000 Livres.

Dieſe Vermehrung ihres Reichthums wurde unter den Händen der Marquiſe das, was man im römiſchen Rechte Paraphernal⸗ güter nennt, das heißt, da es nach der Hochzeit gekommen war, fiel es nicht in die Mitgift der Frau, ſondern blieb ihr zur freien Dispoſition, worauf der Gatte nur Anſpruch machen durfte durch eine Vollmacht der Gattin.

Einige Tage nach dieſem Todesfalle erfuhren denn auch der

Marquis und ſeine Brüder, daß die Marquiſe einen Notar hatte

kommen laſſen, um ſich über ihre Rechte aufzuklären. Dieſer Schritt zeigte ihnen ihre Abſicht, dieſe Erbſchaft der Gütergemein⸗ 2*