152. David Kopperſield.
ſetzte ſie, als ſie das zornige Wogen ihrer Bruſt ſo weit niedergekämpft hatte, daß ſie ſich zu ſprechen ge⸗ trauen durfte.„Ihre Heimat! Bilden Sie ſich ein, daß mir nur ein Gedanke an dieſelbe beikommen könnte, oder meinen Sie, daß Sie dieſem gemeinen Orte irgend ein Leid anzuthun vermöchten, welches ſich nicht mit Geld, und zwar reichlich, abzahlen ließe? Ihre Heimat! Sie gehörten zum Handel, der in Ihrem heimatlichen Hauſe betrieben wurde; Sie wurden gekauft und verkauft wie jedes andere verkäufliche Ding, mit dem Ihre Leute handelten.“
„Oh nicht das!“ ſchrie Emilie.„Sagen Sie Al⸗ les von mir, aber ſchieben Sie meine Schmach und Schande, ja mehr als ich verwirkt, nicht auf Leute, die ſo ehrenwerth ſind, als Sie ſelbſt. Haben Sie, wenn Sie gleich eine Dame ſind, einige Achtung vor ihnen, wenn Sie auch kein Erbarmen mit mir haben.“
„Ich ſpreche,“ verſetzte Roſa Dartle, indem ſie keine Rückſicht auf dieſe Anrede nahm und ihr Kleid von der Befleckung durch Emiliens Berührung wegzog,„ich ſpreche von dem häuslichen Kreiſe, dem er angehört— wo ich lebe. Hier,“ ſagte ſie, indem ſie ihre Hand mit einem verächtlichen Lachen ausſtreckte und auf das am Boden liegende Mädchen niederblickte,„iſt eine wür⸗ dige Urſache der Trennung zwiſchen einer Mutter und einem Sohne vornehmen Standes; eine Urſache von Kummer in einem Hauſe, wo man Sie nicht einmal als Küchenmagd angenommen hätte; von Zorn und Seelen⸗ qual und Vorwurf. Dieſes Weibsſtück voll Schmutz, auf⸗ geleſen am Waſſer, um eine Stunde lang viel Weſens mit ihr zu machen und ſie dann wieder zurückzuſchleu⸗ dern, woher ſie gekommen!“
„Nein, nein!“ ſchrie Emilie, indem ſie ihre Hände


