Teil eines Werkes 
8. Theil (1850)
Entstehung
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142 David Kopperfield.

rend aus, daß der Anker dieſer Zuverſicht in den rein⸗ ſten Tiefen ſeiner edlen Natur ruhte, daß die Achtung und Ehrerbietung, die ich vor ihm hegte, ſich jeden Tag ſteigerten.

Sein Vertrauen war kein träges, welches blos hoffte und nichts weiter that. Er war ſein Lebelang ein Mann des tapfern Handelns geweſen, und er wußte, daß er in allen Dingen, in welchen er Hülfe brauchte, ſein Theil getreulich thun und ſich ſelbſt helfen müßte. Ich habe in Erfahrung gebracht, daß er, von dem Verdachte gequält, daß durch irgend einen Zufall das Licht nicht im Fenſter des alten Bootes ſein könnte, des Nachts aufbrach und nach Yarmouth ging. Ich habe in Er⸗ fahrung gebracht, daß er auf Grund einer Zeitungs⸗ nachricht, die auf ſie paſſen konnte, ſeinen Wanderſtab ergriff und eine Reiſe von drei, vier Dutzend Meilen un⸗ ternahm. Auf die Erzählung hin, zu der mir Miß Dartle verholfen, ging er zur See nach Neapel und zurück. Alle ſeine Reiſen wurden ohne die mindeſte Bequem⸗ lichkeit gemacht; denn er blieb ſtets beharrlich ſeinem Vor⸗ ſatze treu, Geld für Emilie zu erſparen, wenn ſie ge⸗ funden würde. Während dieſem ganzen langen Abmühen hörte ich ihn nie eine Klage äußern und nie ſagen, daß er müde oder hoffnungslos ſei.

Dora hatte ihn ſeit unſerer Verheirathung oft ge⸗ ſehen und war ganz verliebt in ihn. Ich ſtelle mir jetzt noch ſeine Geſtalt vor Augen, wie er neben ihrem So⸗ pha ſtand, ſeine rauhe Mütze in der Hand, und wie die blauen Augen meines kindiſchen Weibchens mit ſchüchternem Staunen nach ſeinem Geſichte erhoben wa⸗ ren. Manchmal des Abends um die Dämmerungszeit, wenn er kam, um ſich mit mir zu beſprechen, pflegte ich ihn zu veranlaſſen, ſeine Pfeife im Garten zu ſchmau⸗