Teil eines Werkes 
8. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield.

Hemdkragen niedergeſchlagen wäre. Wenn ich dieſe Spiel⸗ ſucht ſchweigend abwies und bei meinem Vorſatze be⸗ harrte, ſah ſie ſo ängſtlich und verzweifelt aus, indem ſie mehr und mehr aus der Faſſung gerieth, daß die Erinnerung an ihre natürliche Heiterkeit, als ich zuerſt ihren Lebenspfad kreuzte, und daran, daß ſie mein kin⸗ diſches Weibchen ſei, vorwurfsvoll über mich kam und ich meinen Bleiſtift hinlegte und nach der Guitarre rief.

Ich hatte ſehr viel Arbeit und mancherlei Sorgen und Mühen, aber dieſelben Rückſichten vermochten mich, ſie bei mir zu behalten. Ich bin jetzt weit entfernt von der Ueberzeugung, daß ich recht daran that, ſo zu ver⸗ fahren, aber ich that es für mein kindiſches Weibchen. Ich forſche nach in meiner Bruſt und lege ihre Geheim⸗ niſſe, wofern ich ſie weiß, ohne Rückhalt auf dieſes Pa⸗ pier nieder. Das alte unglückliche Gefühl, etwas ver⸗ loren zu haben oder nicht zu beſitzen, hatte, deß bin ich mir bewußt, einen Platz in meinen Herzen, aber nicht ſo, daß es mir das Leben verbittert hätte. Wenn ich bei ſchönem Wetter allein ſpazieren ging und an die Sommertage dachte, wo meiner knabenhaften Phanta⸗ ſie die ganze Luft mit Zauber gefüllt erſchienen war, vermißte ich allerdings etwas an der Verwirklichung meiner Träume; aber ich dachte, es ſei eine gemilderte Glorie der Vergangenheit, welche nichts auf die Ge⸗ genwart geworfen haben könnte. Mir war allerdings manchmal ein Weilchen zu Muthe, als hätte ich wün⸗ ſchen können, meine Frau könne mir mit ihrem Rathe zur Seite ſtehen, hätte mehr Charakter und Willens⸗ kraft, um mich dadurch zu unterſtützen und zu fördern, wäre mit der Macht ausgerüſtet, die Leere auszufüllen, welche um mich zu ſein ſchien; aber ich empfand, als ob dies eine überirdiſche Steigerung meines Glückes wäre,