Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield.

ben bei der Treue und Ehre der theuren Dame, welche der Gegenſtand dieſer Unterredung geweſen iſt!

Ich glaube nicht, daß die beſte Verkoͤrperung des Begriffs der Ritterlichkeit, die Verwirklichung der ſchön⸗ ſten und romantiſchſten Geſtalt, die je der Einbildung eines Malers entſprang, dies mit einer eindringlichern und ergreifendern Würde geſagt haben könnte, als der einfache alte Doctor.

Aber ich bin nicht vorbereitet, fuhr er fort,zu leugnen vielleicht mag ich, ohne es zu wiſſen, in gewiſſem Grade vorbereitet geweſen ſein, es zuzugeben daß ich unüberlegter Weiſe dieſe Dame zu einer un⸗ glücklichen Heirath verleitet habe. Ich bin ein Mann, völlig ungewohnt, zu beobachten, und ich kann nicht anders, als glauben, daß die Beobachtung mehrerer Leute von verſchiedenen Jahren und Stellungen, die alle nur zu deutlich auf eine Richtung hinauslaufen(und das ſo natürlich) beſſer als die meinige iſt.

Ich hatte, wie ich anderswo geſchildert, oft ſein wohl⸗ wollendes Benehmen gegen ſein junges Weib bewun⸗ dert; aber die achtungsvolle Zärtlichkeit, die er in jeder Bezugnahme auf ſie bei dieſer Gelegenheit an den Tag legte, und die ſchier ehrwürdige Weiſe, in welcher er den leiſeſten Zweifel an ihrer Unſchuld von ſich wies, erhob ihn in meinen Augen über alle Beſchreibung.

Ich heirathete dieſe Dame, ſagte der Doctor,als ſie außerordentlich jung war. Ich nahm ſie zu mir, als ihr Charakter kaum ausgebildet war. So weit er ſich gebildet hatte, hatte ich ihn zu meiner Freude ge⸗ bildet. Ich kannte ihren Vater gut. Ich kannte ſie gut. Ich hatte ihr gelehrt, was ich konnte, aus Liebe zu allen ihren ſchönen und tugendhaften Eigenſchaften. Wenn ich ihr Unrecht that, wie ich ihr wirklich gethan zu ha⸗ 9*