Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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124 David Kopperfield.

In ihrem ſtrahlenden Lächeln und in dieſen letzten Tönen ihrer fröhlichen Stimme ſchien mir's, als ſähe und hörte ich wieder meine kleine Dora in ihrer Ge⸗ ſellſchaft. Ich ſtand eine Weile ſtill und ſah durch den Säulengang nach den Sternen hinauf mit einem Her⸗ zen voll Liebe und Dankbarkeit und ging dann lang⸗ ſam fort. Ich hatte in einem anſtändigen Alehauſe gleich in der Nähe ein Bett beſtellt und ſchritt eben durch das Gitterthor, als ich zufällig den Kopf um- drehte und in des Doctors Studierzimmer noch Licht erblickte. Ein halb tadelnder Gedanke ging mir durch den Kopf, daß er an dem Wörterbuche gearbeitet ohne meine Hülfe. Mit der Abſicht, nachzuſehen, ob dies ſo wäre, und auf alle Fälle, ihm Gutenacht zu ſagen, wenn er noch unter ſeinen Büchern ſäße, kehrte ich um, und indem ich leiſe durch die Halle ging und unbemerkt die Thür öffnete, ſah ich hinein..

Die erſte Perſon, welche ich zu meiner Ueberraſchung erblickte bei dem milden Lichte der beſchatteten Lampe, war Uriah. Er ſtand hart dabei und hielt eine ſeiner knochendürren Hände über ſeinem Munde, während die andere auf des Doctors Tiſche ruhte. Der Doctor ſaß in ſeinem Studierſtuhle und bedeckte ſein Geſicht mit ſeinen Händen. Mr. Wickfield, ſchwer geängſtigt und betrübt, lehnte nach vorn, indem er unentſchloſſen den Arm des Doctors berührte.

Einen Augenblick glaubte ich, der Doctor ſei nicht wohl. Ich that unter dieſem Eindrucke haſtig einen Schritt auf ſie zu, als ich Uriahs Augen begegnete und ſah, was vorging. Ich würde mich zurückgezogen ha⸗ ben, aber der Doctor machte eine Geberde, mich zurück⸗ uhalten und ſo blieb ich.

Auf jeden Fall, verſetzte Uriah, indem er ſeine