Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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118 David Kopperfield.

kenvoll und ſo gut ſah, ſtieß ſie einen leiſen Schrei froher Ueberraſchung aus und ſchlug ſogleich ihre Arme voll Liebe um Agnes' Nacken und legte ihre unſchul⸗ dige Wange an ihr Geſicht.

Ich war nie ſo ſelig. Ich war nie ſo vergnügt, als wie ich dieſe Beiden ſich Seite an Seite zuſammen niederſetzen ſah. Als ich meinen kleinen Liebling ſo natürlich zu jenen herzlich guten Augen emporblicken ſah. Als ich den zärtlichen, ſchönen Blick ſah, den Agnes auf ſie warf.

Miß Lavinia und Miß Clariſſa nahmen in ihrer Art Theil an meiner Freude. Es war der angenehmſte Theetiſch in der Welt. Miß Clariſſa hatte den Vorſitz. Ich ſchnitt den Kümmelkuchen und reichte ihn herum die kleinen Schweſtern hatten eine vogelartige Neigung für das Aufpicken von kleinen Samenkörnern und das Hacken nach Zucker. Miß Lavinia ſchaute mit wohlwollender Gönnermiene drein, als ob unſere glückliche Liebe ganz allein ihr Werk ſei, und wir waren vollkommen zu⸗ frieden mit uns ſelbſt und einander.

Die holde Heiterkeit von Agnes drang ihnen allen zu Herzen. Ihre ſtille Theilnahme an Allem, was Dora intereſſirte; die Art, in welcher ſie mit Zig Be⸗ kanntſchaft ſchloß(der ſogleich darauf einging); ihr freundliches Verhalten, als Dora ſich ſchämte, auf ihren gewöhnlichen Sitz neben mir herüberzukommen; ihre beſcheidene Anmuth und Ungezwungenheit, die ein fort⸗ währendes Erröthen und andere kleine Zeichen von Ver⸗ trauen bei Dora hervorriefen, ſchienen unſern Kreis in vollkommenes heiteres Behagen zu verſetzen.

Ich bin ſo froh, ſagte Dora nach dem Thee, daß Sie mich lieb haben. Ich dachte nicht, daß dies der Fall ſein würde, und ich muß mehr als