Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 113

gegenwärtig gerade auf Niemanden eigentlich we⸗ nigſtens keine Mannsperſon nicht.

Wollen Sie damit ſagen, daß Sie auf ein Frauen⸗ zimmer eiferſüchtig ſind?

Er warf mir einen Seitenblick aus ſeinen unheim⸗ lichen rothen Augen zu.

Wahrhaftig, Musje Kopperfield, ſagte er, ſollte eigentlich ſagen Herr, aber ich weiß, Sie wer⸗ den die Gewohnheit entſchuldigen, in die ich gerathen bin Sie wiſſen Einem ſo zum Herzen zu ſprechen, daß Sie wie ein Korkzieher mich aus mir herausziehen! Na, ich nehme keinen Anſtand, Sie's zu erzählen, und er legte ſeine fiſchkalte, feuchte Hand in die meine,ich bin im Allgemeinen kein Mann, wie ſie die Weiber gerne haben, und ich war's niemals nicht hinſichtlich die⸗ ſer Madame Strong.

Seine Augen ſahen jetzt grün aus, als ſie die mei⸗ nen mit ſchurkiſcher Pfiffigkeit beobachteten.

Was wollen Sie damit ſagen? fragte ich.

Ei nun, obſchon ich ein Advocat bin, Musje Kop⸗ perfield, entgegnete er mit einem trockenen Grinſen, meine ich jetzt gerade, was ich ſage.

Und was ſoll Ihr Blick bedeuten? erwiederte ich ruhig.

Mein Blick? Mein Gott, Kopperfield, das iſt ein ſcharfes Verhör! Was ſoll ich denn nur mit meinem Blicke meinen?

Ja ſagte ich.Mit Ihrem Blicke.

Er ſchien höchlich ergötzt und lachte ſo herzlich, als es in ſeiner Natur lag, zu lachen. Nachdem er ſein Kinn etwas mit ſeiner Hand gekratzt, fuhr er, die Au⸗ gen niedergeſchlagen und ſich noch immer kratzend, fort und ſagte ſehr langſam:

David Kopperfield. VII. 8