Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 21

ein in aller Haſt geſchriebenes Billet erhalten, welches ihr ſagte, daß Alles entdeckt ſei und ſchloß,Oh bitte, Julia, komm zu mir, bitte, bitte! Aber Miß Mills, welche nicht traute, ob ihre Gegenwart von den höhern Mächten erlaubt werden möchte, war noch nicht gegan⸗ gen, und wir Alle waren in die Wüſte Sahara ver⸗ zaubert.

Miß Mills beſaß einen bewundernswerthen Rede⸗ fluß und liebte es, ihn ſtrömen zu laſſen. Ich konnte nicht umhin, zu fühlen, daß ſie trotz ihrer Thränen, die ſie mit den unſern miſchte, einen entſetzlichen Genuß an unſerer Bedrängniß hatte. Sie nährte dieſelbe, wie ich ſagen möchte, und benutzte ſie nach Kräften. Ein tiefer Abgrund, bemerkte ſie, habe ſich zwiſchen Dora und mir aufgethan, und die Liebe könnte ihn nur mit ihrem Regenbogen überſpannen. Die Liebe müſſe leiden in dieſer ſchnöden Welt, es ſei ſtets ſo geweſen, und es werde ſtets ſo ſein. Indeß, das habe nichts zu ſagen, ließ Miß Mills ſich vernehmen. Herzen, überwuchert von Spinneweben, würden endlich brechen, und dann würde die Liebe gerächt ſein..

Das war kein großer Troſt, aber Miß Mills wollte keine trügeriſchen Hoffnungen beſtärken. Sie machte mich viel elender als ich ſchon war, und ich fühlte(und ſagte ihr mit der tiefſten Dankbarkeit), daß ſie in der That eine Freundin ſei. Wir beſchloſſen, ihr Erſtes am Mor⸗ gen ſollte ſein, daß ſie zu Dora ginge und Mittel fände, ſie entweder durch Blicke oder Worte meiner Er⸗ gebenheit und meiner Betrübniß zu verſichern. Wir ſchieden überwältigt von Kummer, und ich glaube, Miß Mills hatte ihre wahre Herzensluſt daran.

Ich vertraute Alles meiner Tante an, als ich nach Hauſe kam, und ging trotz Allem, was ſie mir zu