120 David Kopperfield.
verwendet zu haben ſchien, wenn ich nach den Ver⸗ ſchönerungen und Ausbeſſerungen urtheilen durfte, die das Ausſehen hatten, als ſeien ſie eben erſt vollendet worden— ſah ich ihn im Garten zur Seite hin- und herwandeln, ſeine Gamaſchen an und Alles in dem Zu⸗ ſtande, als ob er ſeit den Tagen, wo ich ſein Zögling war, nie aufgehört habe, hin⸗ und herzugehen. Er hatte auch ſeine alten Geſellſchafter um ſich; denn es befanden ſich eine Menge hoher Bäume in der Umge⸗ bung, und zwei oder drei Krähen ſchritten im Graſe hin und her und ſahen nach ihm, als ob ihnen die Krähen von Canterbury von ihm geſchrieben hätten und ſie ihn in Folge deſſen genau beobachteten.
Da ich wußte, ich habe durchaus keine Hoffnung, ſeine Aufmerkſamkeit aus dieſer Entfernung auf mich zu ziehen, faßte ich mir ein Herz, öffnete die Thür und ging hinter ihm her, ſodaß ich ihm entgegentreten mußte, ſobald er ſich nach mir umwendete. Als er dies that und auf mich zukam, ſah er mich nachdenklich, aber augenſcheinlich ohne im Mindeſten an mich zu denken, einige Augenblicke an, und dann drückte ſein wohlwol⸗ lendes Geſicht eine außerordentliche Freude aus, und er nahm mich bei beiden Händen.
„Ei der Tauſend, mein lieber Kopperfield,“ ſagte der Doctor.„Sie ſind ja ein Mann geworden! Nun, wie geht es Ihnen? Ich freue mich ſehr, Sie zu ſehen. Mein lieber Kopperſield, wie ſehr haben Sie ſich zu Ihren Gunſten verändert! Sie ſind ganz— ja— wahrhaftig!“
Ich drückte ihm meine Hoffnung aus, daß er wohl ſei, und ebenſo Mrs. Strong.
„Ei ja wohl!“ erwiederte der Doctor.„Annie iſt ganz wohl und wird ſich freuen, Sie zu ſehen. Sie


