Teil eines Werkes 
6. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 25

in ſeiner ſchweren Trübſal zu ſehen. Ich nannte zwei Uhr Nachmittags als die Stunde, wo wir kommen würden, und ich ſchickte den Brief mit der erſten Poſt am Morgen hinaus.

Zur ausgemachten Zeit ſtanden wir an der Thür der Thür des Hauſes, wo ich wenige Tage zuvor ſo glücklich geweſen, wo mein jugendlich vertrauendes Herz und mein warmes Gefühl ſo frech betrogen wor⸗ den, welches fortan vor mir verſchloſſen, welches jetzt

Rein öder Ort voll zerſtörter Verhältniſſe war.

Kein Littimer erſchien. Das angenehmere Geſicht, welches bei Gelegenheit meines letzten Beſuchs an ſeine Stelle getreten war, antwortete auf unſere Fragen und ging vor uns ins Empfangszimmer. Mrs. Steerforth ſaß dort. Miß Roſa Dartle glitt, als wir eintraten, aus einem andern Theile des Zimmers herbei und trat hinter ihren Stuhl.

Ich ſah ſogleich aus ſeiner Mutter Geſicht, daß ſie von ihm ſelbſt wiſſe, was er gethan habe. Es war ſehr bleich und trug die Spuren von tieferer Aufre⸗ gung, als ſie mein Brief wahrſcheinlich hervorgerufen hätte, da deſſen Wirkung durch die Zweifel, die ihre Zärtlichkeit gegen ihn über den Inhalt deſſelben erhoben haben würde, geſchwächt worden wäre. Mir kam ſie ihm ähnlicher vor als je, und ich fühlte mehr, als ich ſah, daß die Aehnlichkeit für meinen Begleiter auch nicht verloren war.

Sie ſaß kerzengerade in ihrem Armſtuhle, und ihre Miene war ſo feierlich, unbeweglich und leidenſchaftslos, daß ſie durch nichts geſtört werden zu können ſchien. Sie ſah Mr. Peggotty mit unverwandtem Blicke an, als er vor ihr ſtand, und ebenſo unverwandt ſah er ſie an. Roſa Dartles ſcharfes Auge überſchaute uns