Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield.

geworfen der quälende Gedanke an die Unmöglichkeit, mich mit ihr in Vernehmen zu ſetzen, indem ich, Schafs⸗ kopf, der ich war, nicht wußte, wie ſie nach London ge⸗ kommen ſei, oder wo ſte ſich aufhielte nun erſt meine Abſcheu vor dem bloßen Anblicke des Zimmers, wo unſer Gelage ſtattgefunden mein wüthender Kopfſchmerz der Geruch des Tabacksrauchs die Parade der Gläſer die Unmöglichkeit, ausgehen oder auch nur aufſtehen zu können! O was für ein entſetzlicher Tag war das!

Oh! und was für ein Abend, als ich mich an meinen Kamin zu meiner Schale Schöpſenfleiſchbrühe, die über und über mit Fett betüpfelt war, hinſetzte und dachte, daß ich den Weg meines Vorgängers wandeln und ihm ebenſowohl in ſeinem traurigen Lebenslaufe als im Beſitze ſeiner Stuben folgen werde, und ſchon halb und halb auf den Gedanken gerieth, ohne Weiteres nach Dover zu eilen und eine Generalbeichte abzulegen!.

Was für ein Abend, als Mrs. Crupp erſchien, um die Fleiſchbrühſchale wegzunehmen, und eine Leber auf einem Käſeteller als den ganzen Ueberreſt vom geſtrigen Schmauſe producirtd, und ich wahrhaftig ſchon die Nei⸗ gung in mir verſpürte, ihr an ihre nankingbedeckte Bruſt zu ſinken und in herzinniger Reue und Bußfertigkeit zu ſagen:Oh Frau Crupp, Frau Crupp, laſſen Sie dieſe paar Brocken? Ich bin ſehr elend! eine Neigung, der ich Raum gegeben haben würde, wenn ich nicht, ſelbſt in dieſem Zuſtande, zweifelhaft geweſen wäre, ob Mrs. Crupp ganz und gar die Sorte Frauenzimmer ſei, der man ſein Herz aufſchließen dürfe.

Ende des vierten Theils.

Druck von Otto Wigand in Leipzig.