Teil eines Werkes 
4. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 7

Und ebenſo ſehr gleicht er David, ſagte meine Tante mit Entſchiedenheit.

Er ſieht ganz wie David aus! bekräftigte Mr. Dick.

Aber was ich von Dir verlange, daß Du ſein ſollſt, Trot, fuhr meine Tante fort, ich meine nicht äußer⸗ lich, ſondern innerlich, im Gemüthe; denn äußerlich biſt Du ganz wohl auf dem Zeuge das iſt, daß Du ein ſtarker Junge biſt. Ein tüchtiger, ſtarker Junge, der da thut, wie es ihm ſelber gut dünkt. Ein Menſch von Ent⸗ ſchloſſenheit, ſagte meine Tante, indem ſte mit dem Kopfe nickte, daß ihr Haubenſtreifen wackelte, und ihre Fauſt zuſammenballte.Ein Menſch von Entſchiedenheit. Von Charakter, Trot von Charakterſtärke, auf den niemand und nichts, es ſei denn zum Guten, einen Einfluß übt. Das iſt's, was ich von Dir haben möchte. Das iſt's, was, Gott ſei's geklagt, Dein Vater und Deine Mutter hätten haben ſollen, und es würde beſſer mit ihnen gegangen ſein.

Ich betheuerte, daß ich die Hoffnung hege, das zu werden, was ſie beſchrieben hatte.

Damit Du nun zunächſt einigermaßen Dich auf Dich ſelbſt geſtellt zu fühlen und als Dein eigner Herr zu han⸗ deln beginnen magſt, ſagte meine Tante,werd' ich Dich 'mal eine kleine Reiſe allein und nach Deinem Gefallen machen laſſen. Ich dachte erſt, daß Mr. Dick Dich beglei⸗ ten könnte, aber ich habe mir's näher überlegt, und werde ihn zu meinem Schutze lieber da behalten.

Mr. Dick ſah einen Augenblick ein wenig unzufrieden mit dieſer Wendung der Dinge aus, bis die Ehre und Würde, die ihm damit erwieſen wurde, daß er mit dem Schutze des bewundernswertheſten Weibes in der Welt

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