David Kopperfield. 159
Stiernacken, groben rothen Backen, einem bösartigen Gemüthe und einer Zunge voll Schimpfreden. Der ge⸗ wöhnliche Gebrauch, den er von dieſer Zunge macht, iſt, die jungen Herren in Doctor Strongs Schule zu ſchmä⸗ hen. Er ſagt öffentlich, daß wenn ſie was brauchen, er es ihnen geben will. Er nennt Einzelne von ihnen, mich eingeſchloſſen, welche er mit einer Hand und die andre hintergebunden in den Sand zu ſetzen ſich getrauen könnte. Er lauert den kleineren Knaben auf, um ihnen in ihre unbeſchützten Köpfe Löcher zu ſchlagen, und ſchreit mir in den Straßen Herausforderungen nach. Aus dieſen hin⸗ reichenden Gründen entſchließe ich mich, mit dem Fleiſcher zu kämpfen.
Es iſt an einem Sommerabende, unten in einem grün überwachſenen Graben an der Ecke einer Mauer. Dort treffe ich den Fleiſcher zur ausgemachten Stunde. Ich bin begleitet von einer Anzahl Auserwählter aus unſern Knaben, der Fleiſcher von zwei andern Fleiſchern, einem jungen Gaſtwirthe und einem Eſſenkehrer. Die nöthigen Vorbereitungen ſind in der Ordnung, und der Fleiſcher und ich ſtehen ſich Aug' im Auge gegenüber. In einem Augenblicke zündet der Fleiſcher an meiner linken Augen⸗ braue zehntauſend Lichter an; im Augenblicke darauf weiß ich nicht mehr, wo die Mauer iſt, oder wo ich bin, oder wo irgend Jemand iſt. Ich weiß kaum, welches ich ſelbſt und welches der Fleiſcher iſt, in ſolch einem Her⸗ über, Hinüber und Durcheinander hauen wir uns auf dem niedergetretenen Graſe herum. Manchmal erblicke ich den Fleiſcher, blutend aber voll Zuverſicht; manchmal wieder ſehe ich gar nichts und ſitze, nach Athem ſchnap⸗ pend, auf dem Knie meines Secundanten; manchmal dringe ich wüthend auf den Fleiſcher ein und ſchlage mir


