Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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140 David Kopperfield.

er dieſen Abend Musje Kopperfields Geſellſchaft genoſſen hätte.

Ich fühlte mich ganz betroffen über dieſe Compli⸗ mente, aber ich fand doch zugleich Geſchmack daran, mich als geehrten Gaſt betrachtet zu ſehen, und ich hielt Mrs. Heep für eine recht angenehme Frau.

Mein Uriah, fuhr Mrs. Heep fort,hat ſich lange auf dieſen Abend gefreut. Er fürchtete, daß unſere Nie⸗ drigkeit im Wege ſtünde, und ich theilte dieſe Furcht. Demüthig ſind wir, demüthig waren wir, und demüthig werden wir in Zukunft immer ſein, ſagte Mrs. Heep.

Wahrhaftig, Sie haben dazu keine Urſache, Ma⸗ dam, verſetzte ich,außer Ihren eignen Willen. Danke Ihnen, erwiederte Mrs. Heep,wir kennen unſere Stellung und ſind Gott dankbar dafür.

Ich entdeckte jetzt, daß Mrs. Heep ſich mir allmälig genähert und Uriah ſich mir allmälig gegenüber geſtellt hatten, und daß ſie mir reſpektvoll die ausgeſuchteſten Eß⸗ waaren auf dem Tiſche aufnöthigten. Es war nichts be⸗ ſonders Ausgeſuchtes zu haben, aber ich nahm den Wil⸗ len für die That und hielt ſie für ſehr aufmerkſam. Bald begannen ſie von Tanten zu ſprechen, und da erzählte ich ihnen von der meinigen; dann von Vater und Mut⸗ ter, und da erzählte ich ihnen von den meinigen; dann redete Mrs. Heep von Stiefvätern, und da erzählte ich ihr von dem meinigen, hielt indeß inne, da meine Tante mir über dieſen Gegenſtand zu ſchweigen geboten hatte. Indeß ein zarter junger Flaſchenkork würde nicht mehr Ausſicht ſich zu behaupten gehabt haben gegen zwei Korkzieher, ein zarter junger Zahn nicht mehr Feſtigkeit gegen zwei Zahndoctoren, ein kleiner Federball nicht mehr Widerſtandsfähigkeit gegen zwei Schlaghölzer, als ich