Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

[David Kopperfield. 165

obrigkeitlichen Perſon eine Verwandtſchaft herrſchte. Plötz⸗ lich aber änderte er ſeine Abſicht, ſprang auf den Karren, ſetzte ſich auf meinen Koffer, und indem er ſchrie, daß er geradewegs auf diePullezei fahren wollte, fuhr er ſchärfer als je vorher davon.

Ich lief hinter ihm her, ſo ſchnell ich vermochte, aber ich hatte nicht Athem genug, um nach Hülfe zu rufen, und hätte ich Athem gehabt, würde ich's jetzt nicht ge⸗ wagt haben, zu rufen. Mit knapper Noth entging ich dem Schickſal, niedergerannt zu werden, was mir auf dem Wege oon einer halben Meile wohl zwanzig Mal hätte begegnen können. Bald verlor ich ihn aus dem Geſichte, bald ſah ich ihn, bald verlor ich ihn wieder; jetzt bekam ich einen Peitſchenhieb, jetzt wurde ich angeſchrien, jetzt lag ich im Straßenkothe, jetzt war ich wieder empor, jetzt rannte ich jemandem in die Arme, jetzt lief ich mit dem Kopfe wider einen Laternenpfahl. Endlich ließ ich, völlig verwirrt von Furcht und Hitze, und zweifelhaft, ob jetzt nicht halb London meiner Furcht wegen aus den Häuſern fahren würde, den jungen Mann mit Koffer und Geld hingehen, wohin er wollte, und ſah mich ſchluchzend und heulend nach dem Wege nach Greenwich um, welches, wenn ich recht verſtanden, auf der Straße nach Dover lag; und ſo nahm ich auf meinem Rückzuge zu meiner Tante, Miß Betſey, wenig mehr mit mir aus der Welt, als ich in der Nacht, wo meine Ankunft ihr ſoviel Verdruß ge⸗ macht, in dieſelbe gebracht hatte.

Ende des zweiten Theils.