Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 137

bleibe, als ſich einſtecken zu laſſen, zum Abendeſſen nach Hauſe kommen und mit der Berechnung zu Bett gehen ſehen, wie ſich's machen ließe, daß das Haus Bogenfen⸗ ſter bekäme,im Falle nämlich, daß ſich die Sache irgendwie zum Beſten wendete, was ſein Lieblingsausdruck war. Und Mrs. Micawber war ganz ebenſo.

Eine wunderbar gleiche Freundſchaft, die ihren Ur⸗ ſprung vermuthlich in der Aehnlichkeit unſerer gegenſei⸗ tigen Verhältniſſe nahm, entſtand, trotz der bedeutenden Ungleichheit unſerer Jahre, zwiſchen mir und dieſen Leu⸗ ten. Aber ich geſtattete mir niemals, ihre Einladung, auf ihre Koſten mit zu eſſen oder zu trinken, anzunehmen, indem ich wohl wußte, daß ſie es kaum vom Fleiſcher und Bäcker bekamen und oft ſelbſt nicht zu viel für ſich hatten, bis endlich Mrs. Micawber mich völlig in ihr Vertrauen zog. Dies that ſie eines Abends wie folgt:

Musje Kopperfield, ſagte ſie,ich betrachte Sie als keinen Fremden, und deshalb ſtehe ich nicht an, Ihnen zu ſagen, daß Mr. Micawbers bedrängte Umſtände nahe daran ſind, zur Kriſis zu kommen.

Es machte mich ſehr betrübt, dies zu hören, und ich ſah in Mrs. Micawbers rothe Augen mit dem äußerſten Mitleid.

Mit Ausnahme eines Reſtchens Schweizerkäſe welches für die Bedürfniſſe einer jungen Familie nicht ausreicht fuhr Mrs. Micawber fort,iſt nicht ein Brocken mehr von irgend etwas in der Speiſekammer. Ich bin von der Zeit her, wo ich noch bei Papa und Mama war, gewohnt, von einer Speiſekammer zu ſpre⸗ chen, und ich brauche das Wort unwiſſentlich. Was ich damit ſagen wollte, iſt, daß nichts Eßbares mehr im Hauſe iſt.