David Kopperfield.
ſeine Augen,— beobachte ihn geduckt und ängſtlich, rend er ein Rechnenbuch für ein andres Opfer linirt, deſſen Hände ſoeben mit demſelben Lineal bearbeitet worden ſind, und welches nun das Stechen und Prickeln darin mit einem Taſchentuche wegzuwiſchen verſucht. Ich habe vollauf zu thun. Ich beobachte ſein Auge nicht mit trägem Mundaufſperren, ſondern weil ich mich krankhaft an daſſelbe gefeſſelt fühle, in dem ängſtlichen Wunſche, zu wiſſen, was er nun wohl zunächſt thun wird, und ob an mir die Reihe ſein wird, zu dulden, oder an einem Andern. Eine lange Reihe kleiner Jungen neben mir die Tafel hinunter, beobachten mit gleichem Intereſſe ſein Auge. Ich glaube, er weiß das, obwohl er thut, als wüßt' er's nicht. Er ſchneidet fürchterliche Geſichter, während er das Rechnenbuch linirt, und jetzt auf einmal wirft er einen Blick auf unſre Tafel, und wir alle bücken uns über unſre Bücher und zittern. Einen Augenblick nachher ſtarren unſre Augen wieder auf ihn hin. Ein unglückſeliger Miſſethäter, des Verbrechens ſchuldig befunden, ſeine Aufgabe nicht vollendet zu haben, nähert ſich auf ſeinen Befehl. Der Miſſethäter ſtammelt Entſchuldigungen und bringt vor, daß er ſich entſchloſſen habe, es morgen beſſer zu machen. Mr. Creakle reißt einen Wi„ehe er ihn bakelt, und wir lachen darüber,— erb mliche kleine Schächer, wir lachen, während unſre Geſichter weiß wie Aſche ausſehen und das Herz uns in die Hoſen gefallen iſt! Hier ſitze ich wieder an der Tafel. Es iſt ein ſchwüler Sommernachmittag. Ein Summen und Schwirren erhebt ſich um mich, als ob die Knaben ebenſoviele Schmeißfliegen wären. Der Magen, beladen mit dem lauwarmen fetten Fleiſche, das wir vor ein oder zwei Stunden gegeſſen, liegt mir ſchwer im Leibe, und mein Kopf drückt wie ein
wäh⸗


