Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

David Kopperfield. 7 4 1

legenheit einer in Zank ausgelaufenen Geldfrage ver⸗ ſchiedene eilige, aber ſehr entſchloſſene Vorkehrungen ge⸗ troffen zu haben, ſie aus einem Fenſter im zweiten Stock hinauszuwerfen. Dieſe Beweiſe eines ungezügelten Tem⸗ peraments bewogen Miß Betſey, ihn abzulohnen und ſich mit gegenſeitiger Uebereinſtimmung ſcheiden zu laſſen. Er ging mit ſeinem Gelde nach Indien, und dort will man ihn nach einer ſeltſamen Sage in unfrer Familie in Ge⸗ ſellſchaft eines Pavians auf einem Elephanten haben rei⸗ ten ſehen. Ich jedoch denke, es wird eher ein indiſches Mädchen geweſen ſein. Irgendwie nach etwa zehn Jah⸗ ren kam die Nachricht von ſeinem Tode nach Hauſe. Wie meine Tante davon berührt wurde, weiß Niemand zu ſagen; denn unmittelbar nach der Scheidung nahm ſie ihren Mädchennamen wieder an, kaufte ſich eine Hütte in einem Dörfchen an der Seeküſte, weit weg gelegen, und ließ ſich daſelbſt als einzelnes Frauenzimmer mit einer Magd nieder, ſo daß man glauben mußte, ſie lebe für immer in unerſchütterlicher Zurückgezogenheit.

Mein Vater war früher, wie ich glaube, ein Liebling von ihr geweſen, da aber machte er ihr den tödtlichen Aerger mit ſeiner Heirath, indem meine Mutter damals noch einBackfiſch war. Sie hatte meine Mutter nie⸗ mals geſehen, aber ſie wußte, daß ſie noch nicht zwanzig Jahr alt war. Mein Vater und Miß Betſey trafen nie wieder zuſammen. Er war bei ſeiner Verheirathung doppelt ſo alt, als meine Mutter und von ſchwächlicher Körperbeſchaffenheit. Er ſtarb ein Jahr nachher und, wie ich bereits geſagt, ſechs Monate vor meiner Ankunft in der Welt.

Dies war der Stand der Dinge an dem Nachmittage jenes Freitags, hinſichtlich deſſen man mich entſchuldigen