David Kopperfield. 5
Reres mei rmen Mutter. Zehn Jahr nachher wurde die B ſrer Gegend in einer Lotterie ausgeſpielt, wo die T der Mann eine halbe Krone einzahl⸗ ten, der r nur fünf Schilling zu entrichten
hatte. Ich war ſelbſt dabei und beſinne mich, daß ich mich ſehr ungemüthlich fühlte, als ich ſehen mußte, wie über einen Theil meiner ſelbſt in dieſer Weiſe verfügt wurde. Die Blaſe wurde, wie ich mich erinnere, von einer alten Dame mit einem Handkörbchen gewonnen, aus welchem ſie, wie es ſchien, ſehr ungern, die ausge⸗ machten fünf Schillinge hervorholte, alles in kleiner Münze, wobei es ungeheuer viel Zeit und eines großen Aufwandes von Rechnenkunſt bedurfte, um ihr die Rich⸗ tigkeit der Addition zu beweiſen; ohne daß dies jedoch zu irgend einem Erfolg geführt hätte. Es iſt eine Thatſache, deren man ſich dort lange als einer Merkwürdigkeit erinnern wird, daß ſie wirklich nicht ertrank, ſondern den Triumph hatte, zwei und neunzig Jahr alt in ihrem Bette zu ſter⸗ ben. Ich habe in Erfahrung gebracht, daß es bis an ihr Ende ihr größter Ruhm und Stolz war niemals in ihrem Leben über dem Waſſer geweſen zu ſein, ausgenommen auf einer Brücke, und daß ſie über ihrer Theetaſſe, der ſie außerordentlich zugethan war, oftmals ihre Entrüſtung über die Gottloſigkeit der Matroſen und anderer Leute ausſprach, welche die Vermeſſenheit hätten, im Zickzack durch die Welt laviren zu wollen. Es war umſonſt, wenn man ihr einwarf, daß gewiſſe Annehmlichkeiten des Le⸗ bens, vielleicht mit Einſchluß ſelbſt des Thees, Ergebniſſe des von ihr verwerflich gefundenen Treibens ſeien. Im⸗ mer antwortete ſie mit größerer Salbung und einem in⸗ ſtinktartigen Bewußtſein von der Kraft ihres Einwurfs: „Laviren wir nicht in Winkelzügen!“
8
8


