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und ſeine ſtolze Bruſt arbeitete, um die mühſam errun⸗ gene Faſſung zu erhalten— ſo dagegen bin ich ein Sklave unter dem eiſernen Joche der Dürftigkeit und kenne meine Pflicht, welcher ich folgen werde, wenn auch mein ge⸗ quältes Herz bei dieſem Streite auf ewig ſiille ſtehen ſollte.“ Er verbeugte ſich mit edler, ja ſtolzer Haltung und eilte davon.
„Kurz darauf verließen wir Billingsthal. Ich erklärte Hulda den edlen Beweggrund, warum der Baron bei un⸗ ſerer Abreiſe unſichtbar blieb, machte ihn aber zugleich begreiflich, daß gerade dieſes Benehmen am kräſtigſten für meine Anſicht ſpreche. Sie begann dieß ſelbſt einzuſehen und ich bemerkte wohl, wie ſie ſich Mühe gab, ruhiger und gelaſſener zu erſcheinen.
„Anfangs ſprach ich mit ihr ſo viel und ſo oft ſie wollte von dem Baron, aber allmälig ſchien ſie ſelbſt dle⸗ ſen Gegenſtand zu vermeiden, und noch ehe wir M... erreichten, waren wir übereingekommen, ſeinen Namen nicht mehr zu nennen, bis ſie ihn ruhiger anhören könnte. Nach unſerer Heimkehr wollte ich meinen Mann nicht betrüben, um nicht einen Tropfen Galle in den Becher der Freude zu gießen, welche ihm die wiedergewonnene Geſundheit der Tochter bereitete; als er aber trotz ihres friſchen Aus⸗ ſehens, dennoch eine gewiſſe Veränderung an ihr wahr⸗ nahm, gab ich ihm einen kleinen Wink über das Vorge⸗ fallene, doch nach der Männer gewohnter Art, hielt er die Sache für unbedeutend und längſt vergeſſen. Mich dagegen haben ſchon öfters allerlei Anzeichen beunruhigt, welche mir andeuteten, daß Hulda jene Zeit noch keines⸗ wegs ganz und gar vergeſſen hat. Uebrigens habe ich ſie, ſeit Deiner Heimkehr, ſtets ſo ruhig, zutraulich und herzlich gegen Dich gefunden, daß ich immer das Beſte gehofft habe und noch hoffe, wenn Du nur Geduld haben willſt, lieber Hermann, und nur allmälig— aber ja nicht im Sturme— den Weg zu ihrem Herzen ſucheſt.— Nun, geliebter Sohn, weißt Du Alles. Du verdammſt mich doch nicht?“


