Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Neunzehntes Kapitel.

Ha! güt'ger Himmel, ſie iſt's— ſie!

Verſchlaf' den Gram, Du müdes Kind des Schmerzens, Träum', wie das Glück, wenn Du gebrochnen Herzens Am Grabe ſtehſt, erbettelt was ihm noch hienieden Aus ſeinem Füllhorn abging— Frieden!

Rune be rg.

Mit gütiger Erlaubniß des Leſers begeben wir uns jetzt nach Stockholm; die Scene ſpielt nur einige Tage ſpäter, als die eben geſchilderten Begebniſſe.

Es iſt ein regneriſcher Auguſtabend, wo wir zwei Herren, Arm in Arm, wohl eingehüllt in weite Mäntel, mit raſchen Schritten auf der linken Seite des Straßen⸗ trottoirs hin eilen ſehen. Sie gehen über den Guſtav Adolphs⸗Platz, den Blaſtusholm durch die Nybroſtraße und an dem Ladugardsland⸗Platz vorüber nach dem Thier⸗ garten.

Da ſich der Regen nachgerade in einen unmerklichen Duft auflöste, ſo mäßigten ſie auch ihre Schritte. Der eine unſerer Wanderer, ein kleiner, zarter, ſchmächtiger Herr, kam mit dem Kopfe aus dem Mantelkragen hervor, nahm die Brille ab und putzte ſie mit dem Taſchentuche; als er ſie wieder an die gehörige Stelle geſetzt hatte, fühlte er einen unwiderſtehlichen Drang, mit ſeinem in Schwei⸗ gen verſunkenen Geſellſchafter ein Geſpräch anzuknüpfen.

„Hör' Du, ſey doch nicht ſo raſend wortkarg; den Brief kannſt Du im Zwiſchenakt leſen. Du wirſt Dich ja doch nicht damit auf die Treppe oder gar hier auf die

Straße ſtellen wollen. Haſt Du geleſen, was der Argus

heute bringt?“ „ Nein!“ „Wie einfältig! man kann auch gar Nichts mit Die