Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Gegenſtand ſtreiten; Bundler iſt heute Nachmittag da geweſen, hat mit mir darüber geſprochen und meine Zuſage erhalten, daß morgen der Knabe wieder zu ihnen kommen ſoll.“

„So? Hermann ſoll wieder fort von uns, und mir ſagſt Du kein Wort davon? Dein Schwager will da eine Herrſchaft ausüben, und Du kannſt Dich ſo geradezu darein ergeben?— Mich, Deine Frau, ſieht er, wie es ſcheint, ohnedieß für eine Null an. O mein Gott,“ fuhr ſie fort zu klagen,„das kömmt davon, wenn ein armes Weib einen reichen Mann heirathet! Sie wird hintangeſetzt, mißhandelt, mit Füßen getreten und für Alles eher angeſehen, als für die Frau, welche das Haus regieren ſoll.“

„Elfride, liebſte, beſte Elfride, was kömmt Dich an?“ fragte Dahl höchſt erſtaunt und ſah mit ängſtlichem Auge die Veränderung, welche in den Zügen ſeiner Frau vor ſich ging. Er hatte nicht gedacht, daß die häßliche Lei⸗ denſchaft, welche nie Frauen im Herzen wohnen ſollte, — denn ſie raubt dem Weibe alle Anmuth und kann den Engel plötzlich zur Furie machen— der Zorn, Elfridens hübſches ſanftes Geſicht dergeſtalt umwandeln und eine Glut in ihren Augen anzünden könnte, welches ſo himmelweit von dem milden Feuer der Zaäͤrtlichkeit entfernt war.

Dahl wußte ſelbſt nicht, was er glauben ſollte. Gelaſſen fragte er ſie zum zweiten Male:„Elfride, liebſtes Weib! ſag, was kömmt Dich denn an, biſt Du etwa krank?“

„Ja!“ fuhr ſie faſt krampfhaft auf, ſank auf den Sopha zurück und verbarg ihr Antlitz in den Kiſſen. Elfride war nicht ohne Erfahrung. Sie wußte recht gut, welch gewagtes Spiel ſie ſpielte, ſie wußte, daß dieſer Augenblick entſcheidend war und ſie den Gatten nicht in ihr Herz blicken laſſen dürfe, ſonſt möchte er leicht dort Gefühle entdeckt haben, welche ein minder partheiiſcher

Beobachter ſchon klar in ihrem Geſichte hätte leſen können. Die Milchbrüder. 1. 4