Frauen nebſt den übrigen Freunden des Bräutigams ein⸗ geladen waren.
Als der Reiſewagen an der Treppe von Dahls
großem, ſchönem, am Markt gelegenen Hauſe hielt, war
* die neue Gebieterin nicht wenig überraſcht, als ſie alle
Fenſter mit Damenkleidern, Locken, Bändern und Blumen
beſetzt fand. Auf der geräumigen Hausflur ſtanden zwei
doppelte Reihen feſtlich gekleideter Herren, und, ebenſo⸗
wenig an dergleichen Aufmerkſamkeiten als an große Ge⸗
ſellſchaft gewöhnt, blickte die junge Frau faſt ängſtlich
und fragend auf ihren Gatten, während ſie den kleinen
Hermann, der auf ihrem Schooße ſaß, feſter an's Herz
drückte, um ſich zu vergewiſſern, ob ſie nicht träume, ob
ſie es wirklich ſey, die arme unbeachtete Elfride, welche
jetzt die Mutter dieſes hübſchen Kindes, die Gattin des
beſten Mannes und bald dle Gebieterin dieſes prächtigen Hauſes ſeyn ſollte.
Dahl ſah, was in ihr vorging, es war nicht ſchwer
zu errathen; freundlich aufmunternd ſagte er deßhalb;
„Dieß Alles, meine Elfride, geſchieht der jungen Frau zu
Ehren; Bundler und unſrer guten Karoline haben wir
dafür zu danken. Du mußt aber nicht verlegen ſeyn, Ge⸗
liebte,“ ſetzte er bittend hinzu und eine leichte Unruhe
malte ſich in ſeinem Geſichte;„ich wünſchte, daß alle
unſre gegenwärtigen Freunde, gleich mir, ſinden möchten,
daß Elfride des Platzes würdig iſt, den ſie von nun an einnehmen ſoll.“ 2 8 Elfride konnte nur durch einen leichten Händedruck
ihrem Gatten zu verſtehen geben, daß ſie Alles aufbieten werde, ſeiner Hoffnung zu entſprechen. Es kam ihr vor, als ob das Vertrauen, welches er in ſeinen letzten Worten ausgeſprochen hatte, auch in der That auf ſie übergegangen ſei,— mit Leichtigkeit und würdevoller Anmuth reichte ſie ihrem Gatten die Hand, als dieſer ſie aus dem Wagen hob. Den kleinen Hermann auf dem Arme ging Elfride an ihres Mannes Seite durch ie lange Reihe der Glückwünſchenden. Ein bezauberna


