Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Frauen nebſt den übrigen Freunden des Bräutigams ein⸗ geladen waren.

Als der Reiſewagen an der Treppe von Dahls

großem, ſchönem, am Markt gelegenen Hauſe hielt, war

* die neue Gebieterin nicht wenig überraſcht, als ſie alle

Fenſter mit Damenkleidern, Locken, Bändern und Blumen

beſetzt fand. Auf der geräumigen Hausflur ſtanden zwei

doppelte Reihen feſtlich gekleideter Herren, und, ebenſo⸗

wenig an dergleichen Aufmerkſamkeiten als an große Ge⸗

ſellſchaft gewöhnt, blickte die junge Frau faſt ängſtlich

und fragend auf ihren Gatten, während ſie den kleinen

Hermann, der auf ihrem Schooße ſaß, feſter an's Herz

drückte, um ſich zu vergewiſſern, ob ſie nicht träume, ob

ſie es wirklich ſey, die arme unbeachtete Elfride, welche

jetzt die Mutter dieſes hübſchen Kindes, die Gattin des

beſten Mannes und bald dle Gebieterin dieſes prächtigen Hauſes ſeyn ſollte.

Dahl ſah, was in ihr vorging, es war nicht ſchwer

zu errathen; freundlich aufmunternd ſagte er deßhalb;

„Dieß Alles, meine Elfride, geſchieht der jungen Frau zu

Ehren; Bundler und unſrer guten Karoline haben wir

dafür zu danken. Du mußt aber nicht verlegen ſeyn, Ge⸗

liebte,“ ſetzte er bittend hinzu und eine leichte Unruhe

malte ſich in ſeinem Geſichte;„ich wünſchte, daß alle

unſre gegenwärtigen Freunde, gleich mir, ſinden möchten,

daß Elfride des Platzes würdig iſt, den ſie von nun an einnehmen ſoll.“ 2 8 Elfride konnte nur durch einen leichten Händedruck

ihrem Gatten zu verſtehen geben, daß ſie Alles aufbieten werde, ſeiner Hoffnung zu entſprechen. Es kam ihr vor, als ob das Vertrauen, welches er in ſeinen letzten Worten ausgeſprochen hatte, auch in der That auf ſie übergegangen ſei,— mit Leichtigkeit und würdevoller Anmuth reichte ſie ihrem Gatten die Hand, als dieſer ſie aus dem Wagen hob. Den kleinen Hermann auf dem Arme ging Elfride an ihres Mannes Seite durch ie lange Reihe der Glückwünſchenden. Ein bezauberna